Disputorium

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Beutelschneider: Lehensverwaltung

Hölzchen auf Stöckchen (oder Mürmelchen auf Kügelchen):

Bei der Arbeit an Belagerungsregeln für Beutelschneider bin ich über die Versorgung der Belagerer zur Frage nach der Beschreibung von Landstrichen (und ihrer Wirtschaft) und damit auch zur Verwaltung von Ländereien durch Personnagen gekommen.

Die ganze simple Methode wäre es, jedem Landstrich einfach eine Anzahl Münzen als "Wert" zuzuordnen. Das erlaubt zum einen sehr einfache Interaktionen mit den existierenden Regeln für Heeresversorgung (aber auch persönliche Nutzung solchen [Land-]Reichtums  durch Personnagen durch die allgemeinen Ressourcenregeln) und hat den hübschen Nebeneffekt, dass - beim Spiel am Tisch - das Ganze durch das Aufstapeln von Münzen auf einer ausgerollten Landkarte dargestellt werden kann. Ein paar Regeln für die Entwicklung der Ländereien über Zeit lassen sich - basierend auf den genannten Elementen - gegebenenfalls auch noch leicht ergänzen.

Die Alternative wäre es, Landstriche mit jeweils einem eigenen Beutel zu beschreiben (wie genau, habe ich noch nicht weiter ausgearbeitet, auch wenn ein paar Ideenfetzen schon herumschweben). Das eröffnet Möglichkeiten für differenziertere, vielfältigere Interaktionen von Landstrichen miteinander und mit den übrigen Spielelementen (insbesondere Heeren und Herrschaften, aber gegebenenenfalls auch mit abenteuernden/vagabundierenden Personnagen). Der Aufwand - erst einmal in der Entwicklung, aber auch später im Einsatz - ist natürlich bedeutend höher.

Wenn ich diese beiden Optionen so skizziere, welche würdet ihr präferieren (und warum)?

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Was mir spontan einfiel: Der Landstrich als Modifikator, der dem Herrscher sowohl eine bestimmte Anzahl an Münzen wie auch Würfel für eine Probe gibt.

Das Krähenland: Arme Bauern, Arme Herrscher, die Grenze zum Feind.

Das Krähenland erzeugt pro Runde 1 Münze. Für Ereignisse füge dem Beutel zwei Schwarze Murmeln hinzu, für die Verteidigung zwei Grüne.

Ereignisse könnte man durch das Ziehen von 2-3 Murmeln in bestimmter Reihenfolge bestimmen, Schwarz-Rot-Gold hat eine andere Bedeutung als Gold-Schwarz-Rot, zum Beispiel.

 

It is by nerdiness alone I set my mind in motion. It is by the roll of dice my thoughts acquire speed; the dice create uncertainty, and uncertainty creates an adventure. It is by nerdiness alone I set my mind in motion.

Ja, genau. Die komplexere Lösung müsste in genau so eine Richtung laufen. Insbesondere die Doppelverwendung als "Ereignisbeutel" halte ich da für zentral, wobei meine vage Vorstellung dazu kein nacheinander Ziehen sondern gleichzeitiges Ziehen und dann Interpretieren beinhaltet (das ist auch sonst mein Ansatz für solche Beutel, rudimentär zum Beispiel beim Reisen beschrieben).

Die Murmelfarben könnten dann relativ fixe Bedeutungen haben, also wie bei Personnagen quasi für grobe Eigenschaften eines Landstriches stehen, und diese Eigenschaften können quasi "beprobt" werden. Um zum Beispiel Münzen zu erzeugen, könnte eine Herausforderung auf Wirtschaft (grüne Murmeln) notwendig sein, um Truppen auszuheben eine auf Wehrkraft (rote Murmeln). Wenn gleichzeitig eine oder mehrere schwarze Murmeln gezogen werden, gibt es ein mehr oder minder verheerendes Ereignis, dessen Natur aus den übrigen gezogenen Murmeln abgelesen werden kann (oder aber die übrigen Murmeln wirken wie gewünscht und das Ereignis tritt zusätzlich auf? Oder muss von den Personnagen gemeistert werden, damit die übrigen Murmeln wirken?).

So etwas in der Art.

Das ist schon ein schöner strategischer Spielplatz.

Ich bin mir eben nur noch nicht sicher, ob die Idee von den Münzstapeln auf der Landkarte nicht noch schöner ist.

Leider schließt sich das beides quasi gegenseitig aus.

(Es sei denn da werden unterschiedliche Zeiträume abgefragt - also dass zum Beispiel die Landesbeutel immer für ein Jahr oder so befragt werden, Kriegszüge dann aber monats- oder wochenweise abgehandelt werden: Am Anfang des Jahres (zwölf Kriegszüge) werden die Münzen ermittelt und auf der Karte verteilt, dann wird auf der Karte herummarschiert und mit den Münzen Dinge [Heere versorgt, Karawanen ausgerüstet, sie beim Plündern eingesackt] getan. Ist aber halt noch einmal eine zusätzliche Ebene Komplexität mehr!)

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Noch einmal weitergedacht zu den Murmelfarben:

Wenn wir schon Wehrkraft (rot) und Wirtschaft (grün) haben, dann nehmen wir doch noch Wundermacht (blau) dazu. Weiße Murmeln sind leeres Land, ungenutztes Potential, schwarze Murmeln stehen für Verheerungen, Gefahren und Flüche.

Für strategische Vorhaben muss ein Herrscher zunächst eine Herausforderung auf (Regierungs-)Geschick bestehen (hierfür wird der eigene Beutel verwendet, nicht der des Landes verwendet). Arbeitet er gegen Widerstände an (zum Beispiel unkooperative Lehensleute, korrupte Minister, einen blockierenden zweiten Konsul), so ist es keine Herausforderung sondern eine Auseinandersetzung, die fällig wird.

In jedem Fall bestimmt das Ergebnis darüber wieviele Murmeln im Anschluss aus dem Landesbeutel gezogen werden dürfen, nämlich so viele, wie bei der Herausforderung an grünen Murmeln gezogen wurden (beziehungsweise, so viele, wie mehr grüne Murmeln bei der Auseinandersetzung gezogen wurden).

Mögliche strategische Vorhaben:

Aushebungen/Rüsten zum Krieg - für jede gezogene rote Murmel darf beim Ausrüsten eines Heeres eine weiße Murmel gegen eine rote oder grüne Murmel austauschen ohne dafür Münzen opfern zu müssen, wenn zusätzlich auch mindestens eine blaue Murmel gezogen wurde, ist auch der Tausch gegen blaue Murmeln zulässig (alternativ ließe sich dies auch über die Generierung von Münzen lösen, die dann direkt zum Ausrüsten geopfert werden müssen, die Beschränkung mit den blauen Murmeln - die ich gerne beibehalten würde - ist dann noch ein wenig umständlicher in der Formulierung glaube ich)

Produktion/Steuern eintreiben - für jede gezogene grüne Murmel erhält das Land eine Münze

Kolonisation/Urbarmachung - jede gezogene weiße Murmel darf durch eine andersfarbige Murmel ersetzt werden (eventuell erfordert dies zusätzlich ein Opfer von Münzen? entweder global eine - dann vorab, ehe klar ist, ob das Vorhaben überhaupt Erfolg haben wird -, oder aber eine je getauschter Murmel - das dann nach Ziehen und mit der Option nur einen Teil der Murmeln tatsächlich zu tauschen)

Plünderung/Erde verbrennen - jede gezogene rote, grüne oder blaue Murmel wird durch eine schwarze Murmel ersetzt und das Land/der Herrscher erhält eine Münze

Omen/Segnung - für jede gezogene blaue Murmel darf beim nächsten strategischen Vorhaben eine Murmel mehr gezogen werden

Werden eine oder mehr schwarze Murmeln gezogen, so scheitert das Vorhaben. Außerdem muss für jede gezogene schwarze Murmel eine weitere Murmel aus dem Beutel gezogen und gegen eine schwarze Murmel ausgetauscht werden. (Zusätzlich oder alternativ können schwarze Murmeln Ereignisse/Krisen auslösen, werden nur schwarze Murmeln gezogen könnte dies beispielsweise den Sturz des Herrschers bedeuten.)

Blaue Murmeln erlauben bei Aushebungen, Produktion und Kolonisation eine schwarze Murmel je blauer Murmeln zu ignorieren.

(Nachtrag zu den Aushebungen: Diese sollten vielleicht gestärkt werden - aktuell sind sie nicht besser als Wirtschaft [wobei ich eigentlich noch einen Zusatzeffekt für rote Murmeln im Kopf hatte, der aber nur im Zusammenhang mit feindlichen Heeren/Krieg im Land zum Tragen käme], so dass sie vielleicht einen verdoppelten Effekt haben könnten [zwei Murmeln/Münzen je gezogener roter Murmel], oder sie bleiben wie sie sind und wir werten das als eine kleine Aussage über den Triumph der produktiven freien Wirtschaft über fest in Waffen gebundene Werte...)

Zwei Fragen:

Kommentare?

Und: Was denkt ihr, soll das mit in die neue Edition oder soll das lieber erst noch weiter in Ruhe reifen?

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