Disputorium

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Die moralische Mitte

Dank eines Paladins in meiner D&D Runde, mache ich mir immer wieder (vermutlich unnötig) Gedanken zu Fragen nach moralischer Güte. Ab und an habe ich als Spielleitung andere Vorstellungen davon, was nun rechtschaffen gutes Verhalten wäre. Dann diskutieren der Spieler und ich (kurz) darüber und einigen uns meist (bzw. bislang immer).

Nun frage ich mich, was tue ich, wenn wir keine Einigung finden? Wie geht ihr damit um, zumal wenn moralische Fragen und deren Beantwortung sich in der Spielwelt widerspiegeln bei Paladinen oder Klerikern bei D&D z.B .

"If people seem slightly stupid, they’re probably just stupid. But if they seem colossally and inexplicably stupid, you probably differ in some kind of basic assumption so fundamental that you didn’t realize you were assuming it, and should poke at the issue until you figure it out." - Scott Alexander

Vielleicht hilft das ja:

Spielbarer Paladin-Kodex (oder ein kleiner Leitfaden für Paladine)

Vorher mit dem Spieler besprechen / festlegen / schriftlich fixieren, was die Glaubenssätze des Ordens sind und was als Übertretung gilt. "Alles über den Paladin" und "The Quintessential Paladin" (3E) hatte da meiner Erinnerung nach Konstruktionsregeln für Kodizes.

Mikroübertretungen ignorieren. Bei größeren Übertretungen noch Mal fragen, "willst Du das wirklich tun?"

Ansonsten...

 

It is by nerdiness alone I set my mind in motion. It is by the roll of dice my thoughts acquire speed; the dice create uncertainty, and uncertainty creates an adventure. It is by nerdiness alone I set my mind in motion.
Zitat von Der Oger am 27. Februar 2020, 15:42 Uhr

Vorher mit dem Spieler besprechen / festlegen / schriftlich fixieren, was die Glaubenssätze des Ordens sind und was als Übertretung gilt. "Alles über den Paladin" und "The Quintessential Paladin" (3E) hatte da meiner Erinnerung nach Konstruktionsregeln für Kodizes.

Mikroübertretungen ignorieren. Bei größeren Übertretungen noch Mal fragen, "willst Du das wirklich tun?"

Ansonsten...

 

Glücklicherweise haben wir uns vorher auf eine Verschriftlichung geeinigt, konkret kamen bislang vor allem Diskussionen auf, wenn die Personnage aus meiner Sicht angefangen hat, Dinge moralisch zu relativieren...Aber den Quintessential Paladin schaue ich mir auch nochmal an.

@Viral

Danke für den Link. Habe den mal an den Paladinspieler weitergeleitet. 🙂

"If people seem slightly stupid, they’re probably just stupid. But if they seem colossally and inexplicably stupid, you probably differ in some kind of basic assumption so fundamental that you didn’t realize you were assuming it, and should poke at the issue until you figure it out." - Scott Alexander

Über was gibt es denn Diskussionen?

Faktisch sprechen wir, wenn wir von "Moral" reden, meistens über unsere heutige westlich-christliche Moral. Die lässt sich auf "menschliches Leben ist heilig" zusammenschrumpfen.

Glaubenssätze fixieren macht nur bedingt Sinn, weil man kann nicht einfach eine Moral aus dem Boden stampfen, die wirklich in sich schlüssig ist. Daran scheitern Philosophen in mehreren Wälzern und die Kirche schon seit jahrhunderten in tauseden Werken.

Ich würde auf Klischees zurückgreifen, wo immer möglich, und den paladin z.B. mit "Samurai Ehrenkodex" oder "katholische Kirche im Mittelalter" oder "deutsche Rechtsprechung" rumlaufen lassen. Alles, wo halbwegs Einigkeit herscht.

Randbemerkung: Durch Virals-Link geht mir jetzt die Idee einer Bauern-Subklasse für Paladine nicht aus dem Kopf. Eine ihrer Fähigkeiten muss auf jeden Fall "Schwerter zu Pflugscharen" heißen.

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