Disputorium

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Intelligente Magische Gegenstände

Als Vorbereitung für einen Blogartikel, ein paar Fragen an Euch:

Wie geht ihr mit intelligenten magischen Gegenständen um?

Welche Bedeutung haben sie in euren Kampagnen?

Wie stellt Ihr sie dar?

Verteilt Ihr sie nach Gusto oder haltet Ihr euch an die die zufällige Herausgabe?

Seht Ihr diese Gegenstände als Risiko oder als Bereicherung für Euer Spiel an?

Gebt Ihr euren magischen Gegenständen eine Hintergrundgeschichte?

It is by nerdiness alone I set my mind in motion. It is by the roll of dice my thoughts acquire speed; the dice create uncertainty, and uncertainty creates an adventure. It is by nerdiness alone I set my mind in motion.

Intelligente magische Gegenstände kommen bei mir immer über die Schatztabellen ins Spiel. Ich liebe das, weil ich die gerne spiele. Die bekommen dann immer einen Charakter, wie ein NSC.

Zugegebenermaßen nervt das die Spieler mitunter, wenn es ein besonders redseliges Schwert ist, z.B.. Aber sie haben ja die Wahl - es sei denn, der Gegenstand beherrscht die Spieler.

Wenn man mit dem Gegenstand kommunizieren kann, ist eine Hintergrundgeschichte unausweichlich. Aber die muss ja nicht seitenlang sein. 1d3 Vorbesitzer reichen ja aus.

Intelligente Gegenstände mag und verwende ich sowohl zufällig als auch gezielt. Letzteres gerade auch dann, wenn der Gegenstand selbst ebenfalls "von Hand" erschaffen ist anstatt durch Tabellenanwendung entstanden.

Eine Vorgeschichte des Gegenstandes - die die Zeit zwischen seinem Entstehen und dem... ich sage mal Zusammentreffen mit den Personnagen abdeckt - gibt es nicht unbedingt.

Current thinking of this agency: 10 Ignores

Intelligente magische Gegenstände kommen bei mir nie über Schatztabellen ins Spiel. Ich mag Schatztabellen perse nicht. Das Auswürfeln hält am Spieltisch unnötig auf und hat einen Lotterie-Charakter, der jede ernsthafte Stimmung zerstört. So ist jedenfalls meine Erfahrung. Und vorher im stillen Kämmerlein zu würfeln mach ich auch nicht gerne; mehr Spaß macht es mir, zu überlegen, welche Schätze angemessen und sinnvoll in dieser konkreten Situation sind ... oder wenn dem Gegner/der Situation unangemessen, warum es so ist.

Ich räume ein, durch das Würfeln auf einer Schatztabelle kann es - je nach Tabelle - ggf. mit geringer Wahrscheinlichkeit auch zu solchen Situationen kommen, wie der Fund der Elbenschwerter aus Gondolin bei den Trollen im Kleinen Hobbit. Der Schatz war der Relevanz der Gegner eigentlich nicht angemessen, sondern maßlos überdiemensioniert. Ebenso der Fund des "Einen Rings" bei Gollum. Das hatte natürlich beides auch etwas. Wobei für mich ein erheblicher Teil des Reizes bei diesen Beispielen darin liegt, sich zu fragen, welche Bedeutung Schicksal im Sinne einer höheren Fügung bzw. die Lenkung der Valar auf diese sehr erstaunlichen Ereignisse gehabt haben mag. Dieser Reiz geht verloren, wenn Spieler und SL wissen, dass nichts weiter dahinter steckt als Würfelglück.

Intelligente magische Gegenstände bringe ich nur sehr selten ins Spiel und dann gezielt. Ich lasse dann ggf. auch eine Entwicklung der Gegenstände zu bzw. eine Verbesserung der Verbindung zu ihrem Träger, die die Macht des Gegenstandes in den Händen eines bestimmten Trägers langfristig erhöht. Die Spieler wissen dann sehr genau, was sie daran haben.

Um zwei solche Schwerter, die verloren gingen, drehten sich bei mir schon mehrere Abenteuer. Das eine war im Gruppenbesitz und fiel in Feindeshand. Die Gegner konnten es zwar nicht einsetzen, aber der Träger war durch den Verlust erheblich geschwächt. Und er war bereit, viel dafür zu unternehmen, um es wiederzubekommen. Das andere war bereits vor Jahrhunderten verschollen, ein Schwert nebst Schwertscheide, um das sich Mythen rankten und das der Gruppe bei der Erreichung des eigentlichen Kampagnenziels sehr geholfen hätte.

Beide Schwerter hatten auch eine Vor-/Hintergrundgeschichte, beim erstgenannten ging es im wesentlichen um den früheren Träger, aus dessen Grabkammer es die Gruppe hatte, beim anderen ging es um mythologische Aspekte.

Ich sehe solche Gegenstände als Bereicherung für das Spiel an, wenn sie nicht alltäglichen Charakter erhalten, also ständig wieder auftauchen können. Je eigenwilliger die intelligenten magischen Gegenstände agieren, um so besser. Das sehe ich wie tassander: Was Intelligenz hat, sollte auch intelligent gespielt werden, also im Grunde wie ein NSC. (Sonst machen Gesinnungen von magischen Gegenständen m.E. auch wenig Sinn.) Es kommt bei mir auch schon mal vor, dass sich ein Gegenstand dem Besitzer "verweigert" oder eigene Ziele verfolgt und seinen Träger zu überzeugen versucht, dem nachzugeben.

Schön fand ich auch den im Fettel-Faden erwähnten fliegenden Teppich aus dem Gildenbrief, in dem ein Luftelementar gebunden (gefangen) war, welches allzugerne Befehle missdeutete und es seinen Eigentümern nicht immer leicht machte. Kurz gesagt: seine Nutzung war mit Risiken verbunden, erforderte öfters mal Geschicklichkeits- oder Stärkeproben etc., um nicht in den Tod zu stürzen. Aber der Teppich war, wenn er funktionierte, bei meiner Umsetzung andererseits auch besonders effektiv (schnell, großflächig, belastbar, mit vielen ausgefallenen Befehlswörtern, die es erst zu entdecken galt ...).

All dead! All dead!
Zitat von Elegod am 7. Februar 2020, 20:06 Uhr

Das Auswürfeln hält am Spieltisch unnötig auf und hat einen Lotterie-Charakter, der jede ernsthafte Stimmung zerstört. So ist jedenfalls meine Erfahrung. Und vorher im stillen Kämmerlein zu würfeln mach ich auch nicht gerne; mehr Spaß macht es mir, zu überlegen, welche Schätze angemessen und sinnvoll in dieser konkreten Situation sind ... oder wenn dem Gegner/der Situation unangemessen, warum es so ist.

Das ist doch wie bei allen anderen Tabellen: Es ist dann der Job als SL zu definieren, wieso dieser Schatz da liegt und wie er sich sinnvoll in die Welt einfügt.

Ich hab so eine Tabelle mit Dingen im Rucksack, die ich regelmäßig konsultiere. Die hat schon manches mal neue Aufhänger für ein Abenteuer ins Spiel gebracht. Denn für die SpielerInnen hat alles eine Bedeutung.