Disputorium

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Mammut Sessions: Vorbereitungstipps und Erfahrungswerte

Hallo,

Mir stehen bald fast zwei Tage D&D am Stück bevor. Ich freue mich in der Kampagne voranzukommen, sehe aber einen Berg von Vorbereitung vor mir. Auch die Logistik vor Ort bereitet mir bereits Kopfschmerzen (wann und wie Pausen einbauen, Essenslogistik etc.).

Habt ihr diesbezüglich Tipps und Beobachtungen aus der Praxis?

Grüße

Hasran

"If people seem slightly stupid, they’re probably just stupid. But if they seem colossally and inexplicably stupid, you probably differ in some kind of basic assumption so fundamental that you didn’t realize you were assuming it, and should poke at the issue until you figure it out." - Scott Alexander

Spielst du denn tatsächlich 48 Stunden am Stück oder wie teilt sich das auf? Und spielst oder leitest du?

ReadU
Taysal

Grob geplant ist es zu folgenden Zeiten zu spielen:

Freitag 19:30-1:00

Samstag 11:00-2:00

Sonntag 12:00-20:00

Ich werde etwa 70% der Zeit leiten.

Grüße

Hasran

 

"If people seem slightly stupid, they’re probably just stupid. But if they seem colossally and inexplicably stupid, you probably differ in some kind of basic assumption so fundamental that you didn’t realize you were assuming it, and should poke at the issue until you figure it out." - Scott Alexander

Wenn es Teil einer Kampagne ist, also nicht innerhalb der Zeit auch fertig werden muss, hast du natürlich einen entscheidenden Vorteil, du musst nicht so rigoros auf die Zeit achten. Trotzdem kann es nicht schaden, die Uhr im Blick zu haben und ggf. hier und da, wenn die Spieler den Zug verlieren, mal ein paar Worte der Motivation zu sprechen. 😉 Ich habe mir früher für so was tatsächlich eine Uhr hingestellt, heute habe ich natürlich Always-On-Display.

Womit ich auch gute Erfahrungen gemacht habe, sind eingeplante Pausen. Blöcke von 4-5 Stunden In-Time und dazwischen 1 Stunde Pause, zum Essen, frische Luft schnappen, OT labern etc. Die Pause brauchst du auch als SL, aber ggf. kannst du dir 15 Minuten davon nehmen, um noch mal die Unterlagen durchzugehen für das, was als nächstes relevant wird. Auch vor Spielbeginn würde ich ausreichend Zeit einplanen, um sich zu akklimatisieren und alles an OT auszutauschen, was man dringen austauschen möchte. Und dann den Übergang zum Spiel wirklich klar und deutlich einleiten, wer mag, kann sich dafür einen rituellen Satz überlegen ("welcome to today's episode of..." ist aber schon besetzt).

Essenslogistik: Wir haben es so gemacht, dass wir freitags im Lokal was essen waren, dann samstags ausgiebig gefrühstückt haben mit Brötchen vom Bäcker und allem drum und dran und dann so gegen 18 Uhr einen großen Topf Nudeln gekocht haben mit Soße aus dem Glas, und das hat dann gereicht. Kuchen hatten wir noch für zwischendurch und natürlich Knabberkram.

Wir machen das etwa 2x im Jahr, und das seit über 2 Jahrzehnten. Es gibt zur Zeit zwei Kampagnen, die zur Auswahl stehen, und das wird die nächsten Jahre vermutlich auch so bleiben.

Wir kennen uns zum Teil seit 30+ Jahren, was viele, aber nicht alle Dinge erleichtert.

Voran geht meist eine mehrwöchige E-Mail-Schlacht mit Rekapitulation und Diskussion.

Die Location ist immer einer von zwei Orten.

Logistik wird meist von einem der Spieler übernommen und hinterher die Gesamtverpflegung abgerechnet, was in einer unserer Locations auch die Bezahlung der Putzfrau beinhaltet. Der SL hat in der Regel nichts damit zu tun.

Wenn es eine Beobachtung gibt: Es ist weniger fokussiert, wir "schaffen" weniger, als im gleichen Zeitraum an anderen Terminen. Ich nehme mir nicht vor, etwas bestimmtes zu schaffen, sondern lasse den Dingen ihren Lauf.

Wir spielen auch nicht straight durch, sondern zwischendurch werden Gespräche geführt, Filme geguckt.

Ich habe meine Kampagne (AD&D 2nd Wabenkrabbeln mit einem Berg von Hausregeln) damals bereits so angelegt, das ich es immer wieder hervor kramen und einfach weitermachen kann.

Da diese Wochenenden für zwei der Mitspieler die einzige Möglichkeit für RSP überhaupt sind, besteht der Wunsch nach zügiger Charakterverbesserung.

Pausen: Alle 1-2 Stunden, sowie zur Essenszubereitung an einem der Orte.

Da alle Mitspieler Väter mit zum Teil sehr jungen Kindern sind, muss mit rascher Abreise gerechnet werden, wenn zu Hause was passiert.

Deine Terminierung, auf unsere Gruppe übertragen, würde so aus verschiedenen Gründen nicht klappen, aber das mag bei uns so sein. Wir fangen am Anreisetag meist um 17-19h an und spielen bis 1h, an den Folgetagen von 14-16 und spielen bis 2h. Am Abreisetag läuft kein Spiel mehr, es wird gemeinsam aufgeräumt und sauber gemacht.

It is by nerdiness alone I set my mind in motion. It is by the roll of dice my thoughts acquire speed; the dice create uncertainty, and uncertainty creates an adventure. It is by nerdiness alone I set my mind in motion.

@Vermi, bez. ritueller Satz: Ich sage immer "Zurück zur Realität des Spiels!"

* Orangener Gurt im PJJ * Grüner Gürtel im Drama-Fu (Drachen-Stil) * Brauner Gürtel im Pyro-Fu * Night's Master im Ghoulu Jitsu * Gelber Gürtel im Tanelorn *
Zitat von Der Oger am 11. November 2019, 9:50 Uhr

Logistik wird meist von einem der Spieler übernommen und hinterher die Gesamtverpflegung abgerechnet, was in einer unserer Locations auch die Bezahlung der Putzfrau beinhaltet. Der SL hat in der Regel nichts damit zu tun.

Ein Hoch auf motivierte Spieler! Weil wir es neulich an anderer Stelle von frustrierenden Absagen und fehlender Rückmeldung hatten. Es ist einfach so geil, wenn man motivierte Spieler hat. Ich bin letztes Jahr durch die halbe Republik gereist, um die Fortsetzung einer Harry-Potter-Runde zu leiten, deren erster Teil 2008 auf dem Tanelorn-Treffen gelaufen war. Freitags war nur Anreise und Socializing angesagt und sonntags Frühstück und Abreise, es war aber alles von den Spielerinnen vor Ort geplant und vorbereitet, ich musste mich um nichts kümmern. Die hatten alles eingekauft, mehrere Kuchen gebacken, Spruchlisten und Charakterbilder ausgedruckt, und zum Frühstück hatte jeder Mitspieler einen Schokofrosch auf dem Teller stehen. Wir haben dann von ca. 11 Uhr bis Mitternach mit zwei längeren Pausen gespielt, eine Mitspielerin hat die ganze Zeit mitgeschrieben und hinterher ein umfangreiches Rundentagebuch gepostet.

Das ist echt Balsam für die SL-Seele! 😀

Zitat von Hasran am 11. November 2019, 7:36 Uhr

Grob geplant ist es zu folgenden Zeiten zu spielen:

Freitag 19:30-1:00

Samstag 11:00-2:00

Sonntag 12:00-20:00

Ich werde etwa 70% der Zeit leiten.

Grüße

Hasran

 

Wichtig wäre da für mich, wie oft sich die Spieler sonst so sehen. Gegebenenfalls würde ich da den kompletten Freitag für gepflegte Gespräche einplanen. Wenn man sich lange nicht gesehen hat, dann gibt es viel zu erzählen. Bei einer Stammrunde, die sich eh jede Woche sieht kann man das natürlich weglassen.

Bei unseren Mega-Sessions früher war es sehr praktisch, dass die Hälfte der Spielerschaft Raucher waren - da ergaben sich kurze Pausen alle 1-2 Stunden automatisch. Heute raucht halt keiner mehr.

Persönlich würde ich auch Mitternacht als Spielende anpeilen; dann habt ihr noch 1-2 Stunden für chill-out und Nachbesprechung und ungezwungene Planung für's nächste Mal.

Ich merk auch gerade, wie angenehm und nützlich ich das regelmäßige Aufbrechen der statischen Spielkonfiguration (alle sitzen am Tisch und "spielen") finde, und wie häufig dabei gute Impulse für's Spiel dabei rumkamen.

Danke schon mal für die Rückmeldungen! Pyromancer, die Idee, die "Lage" der Spielenden ab und an zu ändern, finde ich gut. Mal schauen, was die Wohnung des Gastgebers zulässt.

Zur Gruppenkonstellation: Wir spielen jetzt seit etwas länger als einem Jahr im Schnitt 2 im Monat und treffen uns auch in verschiedenen Konstellationen privat recht regelmäßig. Spannend wird, dass die Freundin des Gastgebers auch mitspielen will/wird. D&D-Erfahrung hat sie keine und an RPGs bislang nur mit DSA 4 Kontakt gehabt. Es wird also auf jeden Fall im Rahmen des Spiels etwas Beschnuppern geben und ein Einander-gewöhnen. Ihrem Charakter haben wir recht stark mit der Kampagne verwoben und sie sollte motiviert sein Dinge zu erledigen.

Die genannten Zeiten halte ich tendenziell auch für ...optimistisch. Realistischerweise werden wir später anfangen als geplant. Kleinere Raucher- und Toilettenpausen wird es in unregelmäßigen Abständen geben und ich würde eigentlich gerne so alle 3-4 Stunden spätestens eine längere Pause einlegen. Sei es zum Essen, sei es um ganz andere Dinge zu tun.

Für das Spiel selbst weiß ich, dass die Personagen ein von Kultisten-unterwandertes Kloster durchsuchen möchten. Die Reise dorthin samt random encounters und das Kloster selbst, habe ich vermutlich ausreichend vorbereitet. Darüber hinaus kann ich noch nicht wirklich voraussagen wo die Reise hingehen wird und welche Auswirkungen ihr Kloster-Besuch auf den Rest der Welt haben wird...deshalb grübel ich, ob ich das sinnvoll prozedural zumindest vorbereiten kann.

Grüße

Hasran

"If people seem slightly stupid, they’re probably just stupid. But if they seem colossally and inexplicably stupid, you probably differ in some kind of basic assumption so fundamental that you didn’t realize you were assuming it, and should poke at the issue until you figure it out." - Scott Alexander

Ok damit machst du es dir natürlich nicht gerade einfach. Da bin ich mit meiner szenischen Vorbereitung besser dran. ;-D