Disputorium

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META: Was ist passiert mit dem alten Disputorium? Und was läuft falsch im Tanelorn?

Bleibt abzuwarten, ob auch gelebt wird, was da steht ... von den Moderatoren einerseits, vor allem aber auch von den dominanten Nutzern.

Erfahrungsgemäß leicht eskalierende Themen wie Diversität, Gendergerechtigkeit / gendergerechte Sprache, Sexismus ("Darf man das noch?"...), ... sind keine dem Rollenspiel nahestehende Themen, sondern allgemeinpolitische, bei denen es m.E. nicht denkbar ist, dass sie einen - wenn überhaupt vorhandenen - Bezug zum Rollenspiel nicht verlassen. Die Regelung ist eindeutig: "Es steht für Diskussionen und Beiträge mit politischen, religiösen und artverwandten weltlichen Inhalten und Themen nicht zur Verfügung." Werden diese Themen ab jetzt verschwinden? Oder ins Speaker's Corner verschoben? Wird also gar die Nutzung sog. gendergerechter Sprache als Ausdruck bestimmter Überzeugungen wie die Nutzung bestimmter "problematischer" Wörter künftig geahndet? Wird Rollenspiel jetzt endlich wieder entpolitisiert und unverkrampft? Wäre ja eine schöne Rückbesinnung auf den eigentlichen Sinn von Spielen ... aber das wird wohl nur ein Traum bleiben.

Werden die etablierten Gatekeeper ab jetzt für ihren nicht "respektvollen, höflichen, konstruktiven und freundlichen Umgang" mit Andersdenkenden Karten erhalten? Aber es gibt ja schließlich "kein Recht auf Gleichbehandlung im Unrecht", mithin bleibt es weiter möglich, mit zweierlei Maß zu messen und Regelverstöße ungeahndet zu lassen, wenn sie auf der einen Seite einem gewissen Sendungsbewußtsein entsprechen und auf der anderen die "ungewünschten" Nutzer treffen.

"Moderatoren, die im Thread selbst involviert sind, sollen Moderationstätigkeiten an unbeteiligte Mitmoderatoren übertragen." Das ist eine lange mehr als überfällige Regelung. Ich finde, es sollte eigentlich für jeden auch nur ansatzweise für diese Tätigkeit geeigneten Moderator ohnehin selbstverständlich sein, dass man in einer Diskussion nicht Partei und Richter zugleich sein kann. Leider war es das ganz offensichtlich nicht (wie in vielen anderen Foren auch). Wäre schön, wenn sich die Moderatoren daran halten würden und man künftig (zumindest) den Eindruck von Neutralität hätte ... Das könnte die Akzeptanz von Moterationsentscheidungen, auch wo man im Einzelfall nicht mitgeht, deutlich verbessern. Aber es handelt sich nicht um eine verbindliche Regel, sondern nur um eine "Soll-Vorschrift", was vermutlich kein Versehen ist.

Dass "Private Mitteilungen" eingesehen werden können, fand ich ehrlich gesagt erstaunlich. In meiner Naivität war ich davon ausgegangen, dass schon technisch eine Einsichtnahme ausgeschlossen würde. Dann sind PMs wohl nicht wirklich privat ... und sollten vielleicht auch anders bezeichnet werden. Im Hinblick auf die Dossier-Erfahrung bleibt zu hoffen, dass es da keine Ausreißer gibt. Für mich wäre nach dem diesbezüglichen Hinweis in der Hausordnung die PM-Funktion wohl obsolet.

Da schon jede einfache Ermahnung ausreicht, um eine Herabstufung auf der Eskalationsleiter zu verhindern, verbunden mit den weiteren Anforderungen unter § 23 lit. g, sehe ich das Risiko, dass das aus dem Tanelorn bekannte Sticheln, Reizen (dort oder anderorts) und Melden eher noch zunehmen wird, um dafür Sorge zu tragen, dass es zu einer solchen Amnestie bei "personae non gratae" auch ja nicht kommt. Jetzt werden die Moderatoren in jedem Einzelfall vor der Wahl stehen, ob sie in geringfügen Fällen lieber garnicht ermahnen, wenn sie einen Verlust der Herabstufung für unangemessen halten, oder ob sie einen Abstieg auf der Eskalationleiter eher in den Bereich der Theorie verbannen. Und auf der anderen Seite werden Sanktionierte angehalten, 120 möglichst belanglose Posts abzusetzen, die auf keinen Fall irgendjemanden hinter dem Ofen hervorlocken können. Ich bin mir nicht sicher, ob das wirklich ein großer Wurf ist ...

Dass Sanktionierte ihre Sanktion zur öffentlichen Diskussion stellen dürfen, ist grundsätzlich positiv, wenngleich die weiteren Ausführungen zu diesem Punkt sich für mich schon eher wie eine Drohung lesen. Transparenz geht m.E. anders; aber man wird sehen. Dass andere Sanktionen nicht zur Diskussion stellen dürfen, sehe ich mit zwiespältigen Gefühlen. Damit bricht m.E. ein wichtiger Teil an Feedback weg.

Fazit: Immerhin einige Änderungen, die für ein Umdenken oder gar Zugeständnis von Fehlern / Fehlentwicklungen in der Vergangenheit sprechen könnten. Ich würde jetzt nicht meinen, dass man nicht ernsthaft nachgedacht hätte und das ganze nur Augenwischerei ist.  Trotzdem gibt es bei mir wenig Hoffnung, dass sich in der Praxis irgendetwas ändert. (Das war ja auch von diversen Nutzern ausdrücklich nicht gewünscht.) Die neue Hausordnung ist kaum ein ausreichender Grund, im Tanelorn aktiv zu sein.

All dead! All dead!
Zitat von Settembrini am 25. August 2020, 14:56 Uhr

Und an der ganzen Vereinsstruktur, was ist da passiert? Das verstehe ich nicht, wer nn Mitglied ist und wer nicht, und wie man Mitglied wird.

Natürlich wird nur Mitglied, wessen Nase passt, wenn ich das mal so salopp ausdrücken darf ... ohne hier irgendwelche Bezüge herstellen zu wollen. Der Verweis auf den Vereinsvorstand impliziert nach meinem Eindruck wohl das Vorhandensein eines Beitrittsvorbehalts.

Gemeinnütziger Verein: Muss er wirklich jeden aufnehmen, der das möchte?

Anfang des Jahres stand mal irgendwo im Tanelorn: "Einfach an Sir Mythos eine PM schicken, er lässt dir Satzung und Antrag zukommen." Kannst ja versuchsweise einen Anfrage auf Übersenung einer Satzung stellen.  😉

 

All dead! All dead!

Na, jetzt wurde der erklärende Link zur Gleichbehandlung im Unrecht auch noch nachgeschoben, u.a.:

"[...] Gelegentlich wird auch die Unterlassung eines [...] Eingriffs mit der Begründung verlangt, gegen jemand anderen sei dieser Eingriff – wenn auch zu Unrecht – ebenfalls nicht erfolgt. [...]"

Siehe dazu schon oben ...

Gegen diesen Grundsatz wäre eigentlich nichts einzuwenden, wären da nicht die Erfahrungen der Vergangenheit, wonach im Tanelorn zwar angeblich alle gleich, aber in der Praxis eben manche gleicher sind als andere. Vor diesem Hintergrund kann ich den Hinweis in der Hausordnung - der ja nicht zwingend aufzunehmen war, weil man ohnehin praktisch nichts gegen den privaten Anbieter des Forums "durchsetzen" könnte - schwer in dem positiven allgemeinjuristischen Sinne als Ausprägung des Gleichheitsgrundsatzes lesen, sondern verstehe ihn leider eher genau umgekehrt als Bekenntnis zum bisherigen Vorgehen. Aber das ist zugegebenermaßen nicht die wohlwollendst mögliche Lesart. Also abwarten, was die Praxis bringt.

All dead! All dead!

Ich bin erstaunt, dass der alte Deeskalationsvorschlag doch noch in irgendeiner Form aufgegriffen wurde. Zwar nur für einen eingeschränkten Kreis und mit zusätzlichen Haken, aber immerhin.

Das Leitbild ist ziemlich labberig und interpretationsbedürftig, aber ich denke mehr kann man mit vielen Köchen an einem einzigen Brei als kleinsten gemeinsamen Nenner nicht erwarten.

Zitat von Elegod am 26. August 2020, 17:13 Uhr

Na, jetzt wurde der erklärende Link zur Gleichbehandlung im Unrecht auch noch nachgeschoben, u.a.:

"[...] Gelegentlich wird auch die Unterlassung eines [...] Eingriffs mit der Begründung verlangt, gegen jemand anderen sei dieser Eingriff – wenn auch zu Unrecht – ebenfalls nicht erfolgt. [...]"

Siehe dazu schon oben ...

Gegen diesen Grundsatz wäre eigentlich nichts einzuwenden, wären da nicht die Erfahrungen der Vergangenheit, wonach im Tanelorn zwar angeblich alle gleich, aber in der Praxis eben manche gleicher sind als andere. Vor diesem Hintergrund kann ich den Hinweis in der Hausordnung - der ja nicht zwingend aufzunehmen war, weil man ohnehin praktisch nichts gegen den privaten Anbieter des Forums "durchsetzen" könnte - schwer in dem positiven allgemeinjuristischen Sinne als Ausprägung des Gleichheitsgrundsatzes lesen, sondern verstehe ihn leider eher genau umgekehrt als Bekenntnis zum bisherigen Vorgehen. Aber das ist zugegebenermaßen nicht die wohlwollendst mögliche Lesart. Also abwarten, was die Praxis bringt.

Was soll die Zukunft schon bringen? ich habe resgniert, die meisten anderen auch, was man daran sieht, das erst gar keiner mehr was kontroverses schreibt. Traut sich Settembrini im T noch, so zu argumenteiren wie früher? Nö. Hin und wieder wird sich einer ins Tanelorn verirren, der noch nicht weiss, wie es läuft, dann gibt es kurz Zoff, dann isser weg. Aber das wird weniger, denn die Zeit der Foren ist vorüber. Wer heutzutage was über Rollenspiel wissen will, geht zu Youtube oder Facebook oder was grade in ist.

 

Zitat von Pyromancer am 25. August 2020, 17:59 Uhr

Politik ist die Kunst des Möglichen.

Aber wir reden halt schon über ein Rollo-Forum.

Wenn dieses ganze Werk dazu dient, die Willkür eines definierten Kreises zu rechtfertigen, dann kann man es auch weglassen.

Und "bewusste Provokation" ist untersagt? Wie viel Angst kann man vor Debatten haben?

Provoziert Dich das zu einer Antwort? Nein? Gut, dann ist das Forum tot. Yay.

Das ist der Punkt. Sie wollen keine kontroversen Debatten, möchten das aber nicht offen zugeben. Deshalb bauen sie diese Hausordnung drumrum. Die ist im Grunde nichts anderes als eine große Ablenkung, das Drumherum eines Bühnenmagiers, der das publikum davon ablenkt, das er gerade die Münze in den ärmel gleiten lässt.

Das Tanelorn is erwähnt worden in einer Reddit-Sammlung bräsiger alter deutscher Foren: https://old.reddit.com/r/de/comments/ketwt8/welche_deutschen_internetforenklassiker_kennt_ihr/gg55g46/?context=3

[quote]Welche deutschen Internetforen-Klassiker kennt ihr?

Damit meine Ich natürliche so richtig typische Foren mit passiv-aggressivem Unterton a la "Bitte die SuFu nutzen", 2000er Design, fetten Signaturen und akribisch unterteilten Unterforen.[/quote]

[quote]http://www.tanelorn.net

2000er Design? Check.

Signaturen? Check.

viel zu viele Unterforen? Check.

Leute die dir erklären wollen wie RICHTIGES Rollenspiel™ geht? Check.[/quote]

Zitat von Skyrock am 17. Dezember 2020, 22:40 Uhr

Das Tanelorn is erwähnt worden in einer Reddit-Sammlung bräsiger alter deutscher Foren: https://old.reddit.com/r/de/comments/ketwt8/welche_deutschen_internetforenklassiker_kennt_ihr/gg55g46/?context=3

[quote]Welche deutschen Internetforen-Klassiker kennt ihr?

Damit meine Ich natürliche so richtig typische Foren mit passiv-aggressivem Unterton a la "Bitte die SuFu nutzen", 2000er Design, fetten Signaturen und akribisch unterteilten Unterforen.[/quote]

[quote]http://www.tanelorn.net

2000er Design? Check.

Signaturen? Check.

viel zu viele Unterforen? Check.

Leute die dir erklären wollen wie RICHTIGES Rollenspiel™ geht? Check.[/quote]

Jau, guter Fund...in einem...Metaforum...

Ja, Foren sind irgendwie out. Wenn ich mir allerdings z.B. die Facebook P&P Gruppe angucke, die heute vermutlich ungefähr das Äquivalent vom Tanelorn (bzw. GroFaFo) 2003 oder so ist... die hat halt keine Struktur und keine Suchfunktion, ist das jetzt besser?^^