Disputorium

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META: Was ist passiert mit dem alten Disputorium? Und was läuft falsch im Tanelorn?

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Ach, naja, Foren werden seit zehn Jahren totgeredet, es gibt sie immer noch. Wenn ich mir die Zahlen anschaue, die Statistiken für neue Accounts und Beiträge, dann könnte man als Tanelorn-Einheitsparteisoldat meinen, es ist alles in Ordnung, alles auf gleichbleibend hohem Niveau. Wobei das letztendlich nur eine qualitative Analyse klären kann, wieviele von diesen neuen Usern tatsächlich teilnehmen, und wieviele Posts im Kernbereich des Forums auftauchen.

Bei Blogs bin ich fast Deiner Meinung. Nur, dass es für manche eine Seifenkiste, für andere ein fortlaufender Online -  Kritzelbogen für Ideen ist, und der Zweck variiert.

Was die Verdummung angeht: Ich würde sagen, es geht um Zugänglichkeit. Je niedriger die Schwelle, je mehr Neukunden, je mehr verkaufte Produkte.

Natürlich hat das die Kehrseite, dass die kleinen grauen Zellen nicht mehr so gefördert werden wie früher, als man sich eine Szene noch vorstellen musste und sie nicht als virtuelle Hochglanz-BattleMap oder 3D - Print vor sich liegen sieht. Und dass Leute, die früher durch die (vielfältigen) Hürden abgeschreckt worden sind und jetzt die Anzahl der Altspieler verdünnt wird, die sich die frühere Komplexität wünschen, und auch mit ihr umgehen können.

Aber ich glaube, es gibt ein Optimum für die Balance aus "Zugänglichkeit" und "Komplexität", dass durch Regelwerk, Setting und Userfähigkeiten entsteht. Ein eher unscharfer Bereich, den ich "Eleganzzone" nennen würde.

It is by nerdiness alone I set my mind in motion. It is by the roll of dice my thoughts acquire speed; the dice create uncertainty, and uncertainty creates an adventure. It is by nerdiness alone I set my mind in motion.

Die US-Medien sagen zumindest, dass es weltweit 50 Mio. Menschen gibt, die zu irgendeinem Zeitpunkt ihres Lebens D&D gespielt haben. Insofern scheint die Vereinfachung des Hobbys zumindest wirtschaftlich ein voller Erfolg zu sein. Das 5E-Grundregelwerk (nur Spielerhandbuch) hat die 15 Mio. Marke schon letztes Jahr geknackt, also ist diese Edition wohl definitiv die kommerziell erfolgreichste aller Zeiten; könnte man nun sagen: der Erfolg gibt Hasbro recht. Leider ist Quantität natürlich nicht Qualität, aber als Rollo muss man halt nehmen was man kriegen kann.

Ich führe ja nun schon seit Jahren in der Schule die Rollenspiel-AG. Mittlerweile muss ich in der Regel nicht mehr erklären was ein Rollenspiel ist (vereinzelte Schüler kennen es nicht, im Gegensatz zu vereinzelte Schüler wissen was es ist [vor 4 Jahren beim AG-Start]) - das ist schon ein Fortschritt. Und viele neue Kunden im unteren Zugänglichkeits-Niveau produzieren wiederum auch ein hohes Maß an interessierten Kunden für die höheren Komplexitätsstufen. Theoretisch zumindest.

Stimme der Vernunft. 4E Archoangel - love me or leave me!

@Zornhau: Zu Deinem OSR-Diss spricht am Besten das hier:

Zitat von Zornhau am 16. Februar 2022, 2:35 Uhr

Generell ist es in klassischen Foren recht still - auch in englischsprachigen. [...]

 

Stimme bei den Seifenkisten nicht zu. Ich brauche das Schreiben zum Beispiel, um die Hirnzellen anzuregen, dafür fande ich blogs nützlich und Foren sowieo. Ich schreibe sogar in einem Privatforum von dem ich weiß, dass bei 15+ Leuten das maximal 2 besuchen. Denke, das hat was mit dem Veröffentlichen von Text zu tun, da muss man sich eben mehr Mühe geben. Heißt, auch wenn das keiner liest, was man schreibt - und den Eindruck hat man ja oft (mein Beruf besteht im Grunde daraus), so hilft mir das trotzdem.

Es gibt also tatsächlich viele Gründe in Foren oder Blogs zu schreiben.

Was auch der Grund ist, warum ich im Moment hier schreibe: um mein Interesse an RPG wachzuhalten. Denn unter dem 2 Jahre Online-RPG Exil durch Corona via Roll20 und Discord, hat meine Motivation ganz erheblich gelitten (bin der Meinung, viele RPGler benutzen das als Aurede nicht mehr die Wohnungen zu verlassen, um zum Spielort zu kommen, denn ALLE ANDEREN sozialen Kreise, die ich kenne, haben sich unter Auflagen schon lange wieder geöffnet).

Natürlich ist Lesen und Diskutieren genauso wichtig. Da stimme ich wiederum zu, dass da seit einer Weile nicht viel passiert und Discord, MeWe oder auch dieses Forum (da hab ich die Plattform auch einfach falsch verstanden, ich mag das Forum jetzt für das ZBR und sporadische Einsichten, aber richtige Diskussionen werden hier ja gar nicht geführt und mit Insider comments und Musikvideos kann ich nicht so viel anfangen).

Man kann sich naürlich wirklich die Frage stellen, was es überhaupt zu diskutieren gibt, wenn doch alles seit 30+ Jahren gelöst ist. Ich bin da auch ein bisschen von der Ausdauer von machen Tenlornis beeindruckt, wenn die nach Jahrzehnten im Hobby immer wieder Fragen diskutieren können wie "wieviel offgame Jokes wollt ihr im Spiel?" oder "was ist balancing?". Insbesondere wenn nach spätestens 8 Posts der erste polizeiblaue Moderatorkommentar zur Maßregelung kommt, dann ist das schon nahe an Tartarosqualen. Gerade gestern gabs ja schon wieder einen Pranger für nen Stammuser, wieso macht man das eigentlich mit?

Ich glaube auch nicht, dass es online noch sonderlich interessanter wird in den nächsten Jahren, wenn alle alten Spielfehler weitergetragen werden und "gefühlt" eigentlich immer alles beim Alten bleibt. Außer, das RPG jetzt auf einmal cool ist und man nicht mehr ausgelacht wird dafür. Aber ich würd mich natürlich freuen wenn aus den "neuen" Plattformen auch mal neue gute Ideen kommen.

Zitat von Settembrini am 16. Februar 2022, 23:09 Uhr

@Zornhau: Zu Deinem OSR-Diss spricht am Besten das hier:

https://www.youtube.com/watch?v=nu3BOarhsDk

Ich sehe hier inhaltlich keinerlei Bezug zu meinem Exkurs zum personenkultistischen Teil der OSR.

(Und musikalisch ist das das Schlechteste, was mir seit vielen Jahren in die Ohren gekommen ist. Was für ein MÜLL.)

Schade!

Ich habe so gar keinen Zugang zu solcher Rap-Musik. Damit kann ich gar nichts anfangen. Das hört sich für mich alles gleich an.

Ist in Ordnung. Es ging mir um folgende Elemente:

 

-Retro als valide Einstellung, deren Vulgärkritik leicht zu entkräften ist

"Ja ich weiß, für dich mach ich pubertäre Kinderkacke
Doch mit mir fühlst du dich wieder jung, und das ist Sinn der Sache"

Am meisten paßt der MC Bogy part, wenn man an die OSR denkt:

"Ich weis noch ganz genau, wie das alles begann (yeah)
Check die Presse, die Kassetten mit dem kontroversen Klang
Es waren Verse aus Flammen, aggressiv und rebellisch
Für den Kiez und gegen Cops, das machte Bassboxxx authentisch
Die anderen rapten auf Englisch, und kopierten Ami-Stile
Taktloss, Savas und Die Sekte, waren mit uns die Pioniere
Keiner von uns Jungs studierte, doch wir setzten ein Trend
Mit Texten die so kaputt waren, das jeder Club abbrennt
Ich spuck auf jeden der denkt, hier geht es nur um das Geld
Ich bin stolz wenn Atzen sagen, das mein Album ihnen gefällt
Seit Jahren in der Unterwelt, ich hab kein Grund sie zu verlassen
Bin der Pate der Strasse, du kannst es lieben oder hassen"

 

Daß eben Künslterisches geschaffen wird, das belächelt oder abqualifiziert wird, es aber um Knowledge und Innovation auf basis der Alten Schule geht. Die eben über das "kopieren von Ami-Stilen" hinausgeht, aber was man zweifelsfrei erstmal gemacht hat, bevor man selber Pionier werden konnte.

Ebenso ist die Attitüde: Gutes schaffen, anstatt marktfertig zu sein.

Im Zweifel muß die Anerkennung der Peers (vlt bei uns Prince of Nothing, Melan, tenfootpole etc.) genug sein, ohngeachtet des "Erfolges"

Zum Kontext vlt. sind die aktuellen deutschen Charts ohne das Wirken dieser 4 Männer mittleren Alters nicht denkbar. Für alle ist aber das ideelle Fundament des Old School Raps, was ihre Kraftquelle ist, auch wenn sie es an Ihre, Örtlichen Verhältnisse angepaßt haben und eigenes Entwickelt haben.

 

Ein jungen Mode hinterherlaufen hingegen wird hier nicht hoch geachtet, in der Welt dieses Tracks.

 

@Zornhau: vlt. geht Dir das hier besser rein:

Ich glaube, ich habe verstanden, was Du sagen willst - auch wenn es sicher besser wäre, statt durch die "Blume" (bzw. in beiden Fällen eher mißglückte musikalische Bemühungen) es mit Worten getan zu haben.

Also:

OSR-Vertreter sind prätentiöse ewig-gestrige Bastarde, die alle Weiterentwicklung ablehnen, verstockt in der Vergangenheit hocken bleiben wollen und ihren Propheten Gary im Personenkult verehren wollen, bis ihnen das leckere Kool-Aid gereicht wird.

Spieler neuer Rollenspiele sind ignorante geschichts-vergessene Bastarde, die keine Ahnung vom TRVE Rollenspiel haben und irgendwelchen Bällebad-Scheiß spielen und sich dabei einnässen.

Habe ich das soweit richtig verstanden?

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