Disputorium

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Runequest - eine neue Herausforderung

In meinem Umfeld stell' ich schon länger eine gewisse D&D Müdigkeit fest. Das heißt auch, dass mir die Unterstützung beim Vorbereiten, Lesen und Lernen des Spiels weggezogen wird (aka ich mach' alles alleine).

Aus diesem Grund plane ich für das kommende Jahr eine RQ Kampagne in einem Setting homebrew (Damit hätte ich dann auch als letzte Prüfung im pjj an der Säule der Weisheit den grünen Gürtel ;-D ). Ich werde aber RQ6 (Mythras) verwenden.

Ich hab bis jetzt nur XP in einer kurzen RQ2 Kampagne, die der SL aber aus Zeitgründen (IIRC) vorzeitig abbrach.

Mich reizen die Cults&Brotherhood Regeln sowie auch der kleinteilige Aufbau der Charaktere für meine Spieler.

Was könnt ihr RQ Einsteigern auf den Weg geben? Sorgen mache ich mir, dass RQ in großen Zeitabständen (ca. alle 3-4 Wochen) gar nicht spielbar ist.

Dazu scheint mir der Vorbereitungsaufwand extrem groß zu sein (fast alles in Mythras benötigt eine konkrete Verknüpfung mit der Spielwelt), so das weitere Spielrunden nebenher kaum möglich sind. Auch kann ich mir zurzeit nur schwierig vorstellen, wie man das Kampfsystem schnell genug spielen kann, um nicht den ganzen Abend damit zu verplempern.

Wegen der ganzen Überlegungen nehme ich mir auch so viel Vorlaufzeit.

Ich habe mir Mythras nicht gekauft, weil ich das einschüchternd fand. Ich will seit Jahren mal was mit RQ machen, aber aus anderen Gründen nehme ich immer wieder davon Abstand.

Wenn du RQ2 kennst - das gibt es in print, derzeit, als RQ Classic. Da ist kaum Glorantha drin, kann definitiv universell verwendet werden und hat mich jedenfalls nicht so eingeschüchtert wie Mythras. Die guilds/brotherhoods sind auch generisch, sowas wie alchemist's guild oder foresters. Aber ich will keine Tanelorn-mäßige "Kauf was anderes"-Diskussion starten, sondern bin vielmehr an den Gründen für deine Auswahl interessiert.

Ansonsten bin ich sehr gespannt auf Tipps und werde eifrig mitlesen... Ich würde ja gerne was mit RQG machen, aber ich komme noch immer nicht in Glorantha richtig rein, obwohl ich das seit über 20 Jahren immer mal wieder versuche.

Welche D&D Version spielt ihr denn derzeit?

RQ Classic ist doch schon was älter, ist das im deutschen nicht die 13Mann Version?

Ich hab einiges an Geld in Mythras "investiert", daher werd ich vorläufig nicht davon abrücken. Ich wollte was Generisches, da würde das Glorantha Material nur stören und es gab gute Angebote zu der Zeit (die Preise sind auch jetzt noch unschlagbar afaik), das waren die Hauptgründe. Ich kenne RQ nicht gut genug, um die Unterschiede zu erkennen. Mythras ist sehr angenehm zu lesen. Und Mythras scheint ein sehr großes Potenzial zu haben, ein Setting wirklich mit den Regeln verschmelzen zu lassen, das erfordert aber imho einen großen Vorbereitungsaufwand (Startpakete bauen, Kampfstile entwerfen, Magieschulen, Gilden und deren Ressourcen). Allein die 5 Magiestile zu bearbeiten wird dauern. Mythras legt dabei laut Designer keinen Wert auf "Spielbalance", da kommt also extra Arbeit auf mich zu. Die Settingdetails habe ich zum Glück schon (mein langjähriges Honebrew Setting), ich muss es jetzt nur noch übersetzen.

Wie sich das in gelegentlich stattfindenden Runden spielt, da habe ich keine Erfahrung. Auch nicht, wie man das Kampfsystem mit Leuten spielt, die alle noch 2-3 andere Runden haben. Die RQ Community fragen bringt da nix, da bekommt man nur antworten der Art "wenn alle die Regeln kennen, läuft das super flüssig, gibt nix schnelleres". Da hätte ich gern etwas mehr Ehrlichkeit.

PS:Ich spreche hier von D&D in all seinen Variationen. D&D wurde bei uns sukzessive rückgebaut im Laufe der Jahre. Ich spielte zuletzt in Beyond the Wall mit, aber die Kampagne wurde beendet. Ich leite selbst (selten) noch Whitehack Oneshots und regelmäßig eine umfangreiche Basic Fantasy Kampagne, das ist ja mehr oder weniger B/X.

D&D ist ja sehr abstrakt, aber mein Umfeld tendiert durchweg eher in Richtung konkrete Abbildung von Handlungsabläufen (Richtung GURPS, DSA und co.).

Spannend. Ich finde es immer furchtbar trocken, Regeln anzupassen und vermeide das, wann immer es geht. Mit konkreten Handlungsabläufen meinst Du sowas wie aktive Parade und Trefferzonen, oder?

Von einer 13Mann-Version weiß ich nichts, aber ich habe sowieso keinen Überblick über die deutschen Versionen. RQClassic ist nichts als RQ2, das mit dem klassischen Hoplit/Echsen-Cover. Aber wenn Du den ganzen Mythras-Kram schon hast, erübrigt sich das ja. Ich hatte es nur angesprochen, weil Du eine RQ2-Runde erwähnt hast und ich dachte, dass Du evtl. da besser drin bist, regeltechnisch.

Warum nicht RQ:G? Wenn schon, denn schon.

BoyScout will das doch für sein Homebrew. Bei RQG ist ja das G der selling point.

Edit: Ich bin da ja jetzt auch mit dran schuld, deshalb: BoyScout hat deutlich gesagt, dass er Mythras spielen will. War total doof von mir, in die Richtung Systemdiskussion zu gehen, weil das ja überhaupt nicht die Zielrichtung der Frage war.

Finde es nicht schlimm, darauf hinzuweisen. So lange niemand FATE vorschlägt 😛 Wenn jeder von Mythras abrät, muss ich mir ja ernsthaft über die Gründe Gedanken machen.

aber Glorantha selbst werde ich im absehbarer Zeit nicht bespielen.

Zitat von BoyScout am 17. November 2019, 16:09 Uhr

So lange niemand FATE vorschlägt 😛

...

aber Glorantha selbst werde ich im absehbarer Zeit nicht bespielen.

Ich mag ja Glorantha als Spielwelt SEHR. Es ist nur eine Spielwelt, in die man als Neueinsteiger schwer reinkommt und wo man als SL mit viel Überlegung vorgehen muß, neue Spieler "einzugewöhnen". Die typische D&D-Marodeurstruppe funktioniert in Glorantha einfach nicht. Die würde von JEDEM normalen Bewohner gejagt und vernichtet werden, weil sie nur Ärger und Leid produziert.

Ich hatte eine sehr schöne Kampagne mit Fate Accelerated in Glorantha gespielt. Dazu hatte ich die Approaches weggelassen und stattdessen jedem SC sechs RUNEN auswählt, drei seines Kultes und drei freie Runen, zu denen er eine Beziehung hat. - Das hat BESTENS funktioniert und richtiges Glorantha-Feeling rübergebracht. Daher kann ich diesen Ansatz nur empfehlen.

Dem uralten BRP-W%-System gewinne ich nicht so viel ab. Das hatten wir damals jahrelang gespielt, aber heute mag ich ganz anders gelagerte Systeme und gerne auch kompetentere SCs (vor allem, weil solche SCs nach Glorantha gehören - Wer will schon eine Lusche spielen, wenn er auch einen Runelord spielen kann?).

Zitat von tassander am 17. November 2019, 14:25 Uhr

Mit konkreten Handlungsabläufen meinst Du sowas wie aktive Parade und Trefferzonen, oder?

Einfach ausgedrückt, ja. Spielstil-technisch mache ich grad' eher 'ne Reise zurück und lote nochmal die Möglichkeiten aus, die diese Rules Heavy Brecher boten. Ich glaube aber, sowas geht nur noch in einem wöchentlichen Spiel mit richtig engagierten Spielern, die das also als ihr Hauptspiel sehen.

Hallo zusammen!

Ich bin etwas irritiert. Gehen hier vielleicht ein paar Dinge durcheinander?

Der 13Mann Verlag hat Rollenspiele wie ROLEMASTER und (bis ca. 2016) den "kleinen Bruder" ABOREA veröffentlicht. Auch HEREDIUM gehört zum Sortiment und früher TRAVELLER. Inzwischen wurde der 13Mann Verlag m.K.n. von Prometheus Games gekauft. Über RuneQuest unter dem Dach des 13Mann Verlages ist mir nichts bekannt.

Aber ich bin auch kein RuneQuest-Experte. Ich habe Anfang der 90er eine ganze Weile mit der deutschen RuneQuest-Ausgabe von Welt der Spiele WDS (= 3. engl. Aufl.) gespielt und das System als Abwechselung zu D&D durchaus geschätzt.

Nachdem ich vor ein paar Jahren auf einem Con ein Abenteuer aus der Mythic Britain-Kampagne gespielt habe, war ich erneut ziemlich begeistert. Ich habe daher auch die neue RuneQuest-Ausgabe (= 6. engl. Ausg.) der RuneQuest Gesellschaft (nunmehr 100 Questen Gesellschaft), bei der es sich (von einem abziebaren Aufkleber auf dem Cover abgesehen) bereits um Mythras handelte, und die Mythic Britain-Kamagne gebackt. Ein Freund von mir hat die gesamte Kampagne bereits durchgespielt und berichtet ebenfalls sehr positiv. Bei der Con-Runde an der ich teilnahm, war regeltechnisch vieles verändert, aber man fand sich doch recht schnell zurecht. Ich fand die Regeln nicht zu komplex. Allerdings ist die Magie in der Mythic Britain-Kampagne auch eine eher seltene Profession, die beim Rest der Welt eher (Ehr-)Furcht auslöst. Ich habe mir fest vorgenommen, die Kampagne irgendwann zu leiten, sobald mir die passende Runde dafür über den Weg läuft.

Ich würde also keinesfalls von Mythras abraten.

Ausgehend von dem Ausgangspost und von den Hinweisen auf RQ Classic möchte ich aber auch auf den Mythras-Ergänzungsband "Classic Fantasy" hinweisen, der für das hier angestrebte Ziel vielleicht hilfreich sein könnte:

http://www.100questen.de/index.php/produkte/44-1201-classic-fantasy

Ich bin mir nicht sicher, ob mit RQ Classic vorstehend Mythras Classic Fantasy gemeint war?

Dieser Band ist m.E. genau für das oben angesprochene Motiv erstellt worden:

Lies mal die vorstehend verlinkte Beschreibung von Mythras Classic Fantasy.

Falls das alles für Euch bereits bekannt ist ... wie gesagt, ich bin kein RQ-Experte.

All dead! All dead!