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Shadowrun 6 vs. Cyberpunk Red vs. Corporation

Zitat von tassander am 12. Oktober 2019, 22:28 Uhr
Zitat von Pyromancer am 12. Oktober 2019, 22:19 Uhr

Corporation kann ich empfehlen, auch wenn ich da für mich privat das Setting etwas filtere und den Abgedrehtheitsfaktor runter regle. Regelseitig ist Corporation sehr solide und funktioniert problemlos, und hat auch die für's Genre nötigen Cyberware-Kataloge.

 

Deckt des Regel technisch das ab, was ich will – leichte NSC Generierung? Und wie findest du die Abenteuer?

Wenn man "drin" ist kann man einen NSC in 20-30 Sekunden generieren. Bei viel Cyberware 5 Minuten.

Die offiziellen Abenteuer sind leider eher schlecht. Aber selber machen ist nicht schwer.

Zitat von Pyromancer am 12. Oktober 2019, 22:35 Uhr
Zitat von tassander am 12. Oktober 2019, 22:28 Uhr
Zitat von Pyromancer am 12. Oktober 2019, 22:19 Uhr

Corporation kann ich empfehlen, auch wenn ich da für mich privat das Setting etwas filtere und den Abgedrehtheitsfaktor runter regle. Regelseitig ist Corporation sehr solide und funktioniert problemlos, und hat auch die für's Genre nötigen Cyberware-Kataloge.

 

Deckt des Regel technisch das ab, was ich will – leichte NSC Generierung? Und wie findest du die Abenteuer?

Wenn man "drin" ist kann man einen NSC in 20-30 Sekunden generieren. Bei viel Cyberware 5 Minuten.

Die offiziellen Abenteuer sind leider eher schlecht. Aber selber machen ist nicht schwer.

Cool, das klingt doch schon mal gut. Welches Setting-Elemente sind es denn, die du abschwächst?

Komischerweise nur in Asuzügen und Kevins Hotfixes, die Zeitreiseregeln nie!

Cool, das klingt doch schon mal gut. Welches Setting-Elemente sind es denn, die du abschwächst?

Ich könnte jetzt gar nicht sagen, welche Sachen offiziell und welche aus meinem Kopfkanon sind, nur, dass ich "damals" ab und zu gedacht habe: "Ne, das ist zu abgedreht, das mach ich anders."

Zitat von tassander am 12. Oktober 2019, 21:38 Uhr

Regeltechnisch will ich entweder die Möglichkeit sehr flott (AD&D-mäßig) NSCs zu erstellen, oder aber eine große Auswahl an vorgenerierten NSCs. Die Stat-Blocks sollen schnell verständlich sein, ich möchte keine Regeldetails beim Vorbereiten nachschlagen müssen. Gerne suche ich nach Spells, Equipment etc., aber nicht nach Sonderfertigkeiten.

Mmmh. Also mir reicht für Cyberpunk eigentlich die SaWo GER mit den Daring Tales of the Sprawl Cyberpunk Rules von Kevin Anderson. Das ist - wie immer, wenn SaWo auch nur halbwegs vernünftig umgesetzt wird - sehr, sehr flott.

Wird ausführliche CyberTech verlangt fliegt im Netz noch Savage Cybernetics rum von William Littlefield rum. Das ist aber älterer Regelstand (2003) und muß ggf. auf die GER adaptiert werden. Und es gibt auch das "Wilde Shadowrun" von ManuFS, das hab ich aber nie genauer gelesen.

Finger weg auf alle Fälle von Interface Zero. Das ist ein schönes Beispiel für So-macht-man-keine-SaWo-Conversion.

 

 

Qui fugiebat, rursus sibi proeliabitur.

d20 Modern hat ja leider einen schlechten Ruf, aber tatsächlich war das für mich vielleicht der Gipfel - im positiven Sinne - von 3.x, der mit d20 Future und dem darauf aufsetztenden Cyberscape auch einen guten Cyberpunkbaukasten hat. Bei fehlender Allergie gegen 3.x einen Blick wert, wenn auch ohne Module (dafür mit diversen vorgefertigten Figuren und leidlich schneller Generierung, wenn nicht der volle Baukasten auf hohen Stufen ausgefahren wird).

SLA Industries ist kein Cyberpunk, aber neben seinen eigenen Horrorelementen hat es für mich gerade auch für Inspirationen wie die eingangs genannten gut funktioniert. Ich bin da aber auch sehr voreingenommen. Module sind nicht vorhanden. Das Spiel erfordert eher viel Arbeit.

Blue Planet bringt natürlich das Umweltthema sehr gut.

Current thinking of this agency: 10 Ignores

Äääh nimm Traveller?! Da haste doch alles, easy SC-Erstellung, Techniklevel nach Bedarf, Magie.

Zitat von Benjamin am 13. Oktober 2019, 9:44 Uhr

Äääh nimm Traveller?! Da haste doch alles, easy SC-Erstellung, Techniklevel nach Bedarf, Magie.

Ich hätte gerne ein Setting. Im Zweifel also eher SWN mit Polychrome, wobei da ja auch noch viel zu tun ist, glaube ich?

Leider ist Traveller auch etwas, was meine Spieler nur mir zu Liebe spielen würden. Charaktererschaffung und fehlende Charaktersteigerung stießen auf wenig Gegenliebe. Das ging, iirc, Pyromancer ähnlich, also hat er seinen Hack darauf ausgelegt...

Ist der eigentlich irgendwo verfügbar? War der Titel nicht ein TAS Wortspiel? Hmm.

Zitat von tassander am 13. Oktober 2019, 12:04 Uhr
Zitat von Benjamin am 13. Oktober 2019, 9:44 Uhr

Äääh nimm Traveller?! Da haste doch alles, easy SC-Erstellung, Techniklevel nach Bedarf, Magie.

Ich hätte gerne ein Setting. Im Zweifel also eher SWN mit Polychrome, wobei da ja auch noch viel zu tun ist, glaube ich?

Ja. Polychrome ist eher ein Setting, plus Cyberware-Erweiterung für SWN (EINS!) und Hacking-Regeln, plus Abenteuer, alles sehr auf den SWN-Hintergrund zugeschnitten.

SWN Deluxe ist ein bischen anders.

It is by nerdiness alone I set my mind in motion. It is by the roll of dice my thoughts acquire speed; the dice create uncertainty, and uncertainty creates an adventure. It is by nerdiness alone I set my mind in motion.

Ich hatte bis vor wenigen Jahren mit dem gesamten Cyberpunk-Thema wenig anfangen können. Punk ist seit den 80ern eh tot. So RICHTIG "Punk" waren die Cyberpunk-Rollenspiele allesamt eh nie - gerade Shadowrun als der "Marktführer" sowas von überhaupt nicht.

Dann bin ich über meine guten Erfahrungen mit dem 2d20-Regelsystem auf das Infinity RPG gestoßen.

Infinity war ursprünglich ein Rollenspiel bzw. eine Kampagne, die ein paar spanische Rollenspieler gespielt hatten. Daraus hatten sie dann als Corvus Belli Verlag ein Miniaturenspiel mit Namen Infinity entwickelt, welches Konflikte kleinerer Gruppen (so ein Dutzend Miniaturen pro Seite) in ihrem Science-Fiction-Near-Future-Setting zum Thema hat.

Mit dem Erfolg des Miniaturenspiels hatte sich in Zusammenarbeit mit Modiphius die Gelegenheit ergeben ein richtiges Rollenspiel daraus zu machen. Eben besagtes Infinity RPG.

Das Setting von Infinity ist ein sehr "nicht-amerikanisch" Geprägtes. Diese zukünftige Historie der Erde und einige kolonisierter Sonnensysteme ist erfrischend anders. Es ist eine humanozentrische Gesellschaft, die von einer informationstechnischen Singularität, der echten künstlichen Intelligenz ALEPH, "unterstützt" wird. Hier finden sich allerlei unterschiedliche, teils extrem konfliktlastige soziale Strömungen, politische Ränkespiele und subversive Machenschaften zu einem sozialen Sprengstoff zusammen, der wirklich überall die nötigen Reibungspunkte für Abenteuer in diesem Setting bietet.

JEDER (naja, fast jeder) Bewohner der Human Sphere (der von der Expansion der Menschheit besiedelten Sonnensysteme) hat irgendwelche Cyberware, Augmented Reality und dergleichen.

Infinity bietet mit dem "Abspeichern" der Persönlichkeit die Möglichkeit zur "Wiederauferstehung" bzw. zum Wechsel von Körpern (ein wenig wie in Altered Carbon). Es gibt ein paar erste Schritte in Richtung Transhumanismus, aber nicht so, daß man eine völlig Auflösung jeglichen Identifikationspunktes mit dem Menschsein vorgesetzt bekommt (wie dies bei Eclipse Phase der Fall ist). Infinity ist einerseits "bodenständig", andererseits überzeugend genug in der Integration von Technik und deren Folgen auf die Gesellschaftsformen einer nahen Zukunft, daß es mich jedenfalls schwer begeistert hat.

Die Cyberware-Integration in Infinity ist eine natürliche. Cyberware ist einfach eine Selbstverständlichkeit, kein "Shtick", das einen Charakter voll und ganz als Alleinstellungsmerkmal auszeichnet.

Und es ist NICHT "Punk", sondern die Gesellschaft funktioniert (in einer durch die allgegenwärtige "wohlmeinende" KI gebotenen "post-scarcety" Ökonomie) gut genug. Mit Reibungspunkten, natürlich. U.a. von  Leuten, die z.B. das Abspeichern der Persönlichkeit ablehnen, die Cyberware ablehnen, mit Ökoterroristen, die das Kolonisieren der diversen Planeten bekämpfen, mit politischen Dissidenten, mit Wissenschaftsterroristen, die eine "Gegen-KI" gegen die Singularität setzen wollen, etc.

Genau das ist es, was mir die Cyberware-Thematik bei Infinity so glaubwürdig macht. Es ist nicht das "Mode-Accessoire" der 80er-Jahre-Edel-Punks. Cyberware ist Bestandteil eines jeden Personal Area Networks, das sich mit der Augmented Reality eines fortgeschriebenen Internet of Things vernetzend als die "Kommunikationshülle" um eine reale (manchmal auch fiktive) Person darstellt.

Da geht so viel, was in einem öden "verrostetes Chrom und pinkfarbener Irokesenhaarschnitt"-Setting nicht geht.

Für mich ist Infinity die bislang spielenswerteste Umsetzung von Cyberware in einem Sci-Fi-Near-Future-Rollenspiel.