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Wunsch-Wirtschaft

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Eine Idee, die mir gelegentlich durch den Kopf spukt:

Nehmen wir einmal an, jemand - wie ein Clan adeliger Dschinnen-würde in einer Standard-D&D-Welt anfangen, Wünsche zu verkaufen. Bald nimmt dieser jemand eine ähnlich wichtige Stellung ein, wie einst die Fugger oder die italienischen Bankhäuser im ausgehenden Mittelalter und der frühen Neuzeit, in dem sie an alle Seiten ihre Wünsche verkaufen. (Nur, dass die Fürsten immer noch Banken brauchen, um sich die Wünsche leisten zu können.)

Es entsteht vielleicht ein Stand von Gelehrten, die Wünsche sicher für ihre Mandanten formulieren können, und sich ihre Dienste ebenfalls teuer erkaufen lassen.

Die meisten dieser Wünsche dürften Dinge sein, wie man sie auf den Tabellen für die Vagaries of War, Battle und Recruitment aus dem zweiten Domains at War für ACKS findet, also Dinge, die irgendwie plausibel sein und jederzeit eintreten können.

Zudem dürfte sich dann auch Spionage darum drehen, dass die Inhalte der Wünsche von Feinden und Rivalen bekannt werden, um im Zweifelsfall selbst Konter-Wünsche kaufen zu können.

Wahrscheinlich sind Fürsten und andere wichtige Würdenträger gegen direkte Angriffe geschützt (wenn sie die 10-Jahres-Prämie zahlen, heißt das), vielleicht gibt es auch Ringe der Wunsch-Immunität.

Einige Kulte warnen vielleicht davor, dass alles aus den Fugen gerät, aber sie verdienen ja selbst durch die Vermarktung magischer Kräfte mit.

Aber was soll schon passieren?

Kann mir jemand beim Weiterspinnen helfen, insbesondere bei den Auswirkungen für Politik, Gesellschaft und Wirtschaft?

It is by nerdiness alone I set my mind in motion. It is by the roll of dice my thoughts acquire speed; the dice create uncertainty, and uncertainty creates an adventure. It is by nerdiness alone I set my mind in motion.

Die Herrscher versuchen das aufkommende Wünschechaos in kontrollierte Bahnen zu lenken und verkünden Erlasse, die genau Regeln, wer was mit einem Wunsch erreichen darf und wie er formuliert sein muss. Ggf. benötigen bestimmte Wünsche auch einen Passierschein A38 und müssen beantragt und freigeben werden. In anderen Fällen muss ein Neutraler bei der Wunschausführung anwesend sein (z.B. jemanden von den Toten zurückholen und diesen als wieder Lebendig bekundigen lassen). Andere Wünsche werden unter Strafe gestellt.

Was wäre denn die Motivation der Dschinns so zu denken? Wirtschaftliche Interessen können es ja nicht sein.

ReadU
Taysal

Als Wunschgewährer würden die Dschinns Weltpolitik betreiben. Sie wären die Macht hinter den Mächtigen.

Auf der Basis der 3.5-Regeln käme dann das berühmte Economicon raus:

https://www.dandwiki.com/wiki/Dungeonomicon_(DnD_Other)/Economicon

Das hieße, daß die Dschinne in Deinem Gedankenexperiment vermutlich irgendeine nicht-Gold Währung bevorzugen.Die brauchen sowas wie Seelen oder Artefakte oder zumindest sehr teure Magische Gegenstände als Bezahlung, was dann spannend sich auf die MEnschenreiche auswirken dürfte.

Nach den AD&D 1E-Regeln ist es extrem schwer, sich materiellen Wohlstand zu wünschen, da wären die Wünsche, die sicher gezaubert werden können, eher sowas wie einigermaßen starke Klerikalmagie. In 1e würde also nicht viel passieren als wie wenn ein besonders starker Kultus mit einem hochstufigen Hohepriester in die Stadt käme. Übrigens wieder ein Argument 1e zu bevorzugen;-)

vgl.

Wish (Conjuration/Summoning)
Level: 9        Components: V       Range: Unlimited        Casting Time: Special       Duration: Special        Saving Throw: Special       Area of Effect: Special
Explanation/Description: The Wish spell is a more potent version of a Limited Wish (q.v.). If it is used to alter reality with respect to hit points sustained by a party, to bring a dead character to life, or to escape from a difficult situation by lifting the spell caster (and his or her party) from one place to another, it will not cause the magic-user any disability. Other forms of wishes, however, will cause the spell caster to be weak (-3 on strength) and require 2 to 8 days of bed rest due to the stresses the wish places upon time, space, and his or her body. Regardless of what is wished for, the exact terminology of the Wish spell is likely to be carried through. (This discretionary power of the referee is necessary in order to maintain game balance. As wishing another character dead would be grossly unfair, for example, your DM might well advance the spell caster to a future period where the object is no longer alive, i.e. putting the wishing character out of the campaign.)

Im limited Wish wird ausdrücklich alles gierige, materielle als extrem schwer dargestellt.

Dagegen:

http://www.d20srd.org/srd/spells/wish.htm

Vielleicht gibt es das geflügelte Wort "Wünsche sind auch nicht mehr das, was sie waren".

Dschinns, als Erbfeinde der Ifrit, könnten Soldaten für ihren Kampf gegen diese benötigen, also entvölkern die Fürsten vielleicht ihre Landstriche. Seelenhandel vielleicht als Währung im interplanaren Handel, was sie in Konflikt mit den Göttern bringt.

 

 

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Klingt vielleicht langweilig, aber eigentlich ändert sich gar nix. Die Wünsche verkaufende Djinni machen ja nur das ,was Magier und Kleriker eh schon tun. Faktisch kannst du jetzt als jemand mit viel Geld kurzfristig etwas leichter starke magische Effekte erzielen. Damit wird die Welt etwas magielastiger, das wars dann aber auch.

Macht man die Wünsche mächtiger, oder erhöht man die Zahl der Djinne so weit, das es extreme Auswirkungen hat, dann kommt man an den punkt, wo die Djinne so stark sind, das sie quasi die Welt regieren, weil sie weit stärker sind als alle anderen.

Zitat von Taysal am 17. Oktober 2019, 1:03 Uhr

Was wäre denn die Motivation der Dschinns so zu denken? Wirtschaftliche Interessen können es ja nicht sein.

Dschinns, als CG Wesen, haben vielleicht abseits des einfachen Strebens nach Genuss und Dekadenz sowie metaplanar-strategischen Vorhaben den geheimen Masterplan, die Welt von Tyrannen zu befreien und eine anarcholiberale Gesellschaft herbeizuführen, die an irgendeinem Punkt wegen der Überschuldung der Fürsten zusammenbrechen muss. Da kommt es tatsächlich auf die verwendete Währung an, hmmmh. Ifrit wären leichter.

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Zitat von Settembrini am 17. Oktober 2019, 6:14 Uhr

Auf der Basis der 3.5-Regeln käme dann das berühmte Economicon raus:

https://www.dandwiki.com/wiki/Dungeonomicon_(DnD_Other)/Economicon

Das hieße, daß die Dschinne in Deinem Gedankenexperiment vermutlich irgendeine nicht-Gold Währung bevorzugen.Die brauchen sowas wie Seelen oder Artefakte oder zumindest sehr teure Magische Gegenstände als Bezahlung, was dann spannend sich auf die MEnschenreiche auswirken dürfte.

Nach den AD&D 1E-Regeln ist es extrem schwer, sich materiellen Wohlstand zu wünschen, da wären die Wünsche, die sicher gezaubert werden können, eher sowas wie einigermaßen starke Klerikalmagie. In 1e würde also nicht viel passieren als wie wenn ein besonders starker Kultus mit einem hochstufigen Hohepriester in die Stadt käme. Übrigens wieder ein Argument 1e zu bevorzugen;-)

vgl.

Wish (Conjuration/Summoning)
Level: 9        Components: V       Range: Unlimited        Casting Time: Special       Duration: Special        Saving Throw: Special       Area of Effect: Special
Explanation/Description: The Wish spell is a more potent version of a Limited Wish (q.v.). If it is used to alter reality with respect to hit points sustained by a party, to bring a dead character to life, or to escape from a difficult situation by lifting the spell caster (and his or her party) from one place to another, it will not cause the magic-user any disability. Other forms of wishes, however, will cause the spell caster to be weak (-3 on strength) and require 2 to 8 days of bed rest due to the stresses the wish places upon time, space, and his or her body. Regardless of what is wished for, the exact terminology of the Wish spell is likely to be carried through. (This discretionary power of the referee is necessary in order to maintain game balance. As wishing another character dead would be grossly unfair, for example, your DM might well advance the spell caster to a future period where the object is no longer alive, i.e. putting the wishing character out of the campaign.)

Im limited Wish wird ausdrücklich alles gierige, materielle als extrem schwer dargestellt.

Dagegen:

http://www.d20srd.org/srd/spells/wish.htm

Ah, das mit dem Economicon hätte ich beinahe überlesen. Danke für den Link! Muss noch drauf rumkauen.

Wenn man magische Gegenstände in Betracht zieht, dann sitzen die Dschinns vielleicht auf einem großen Haufen davon- mehr, als sie vielleicht jemals brauchen können. Ich stelle mir sie nicht als Seelenjäger vor, das ist mehr die Domäne der Scheusale und Nachthexen.

"Hoffnung" passt irgendwie auch gut als Währung...hmmh.

Vielleicht verkaufen sie die MaGes wieder, um noch mehr Kontrolle auszuüben und ihren Masterplan voranzutreiben, nicht des Geldes wegen.

 

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Nach nochmaliger Lektüre der Einträge für Wunsch und Genien aus der 5E bin ich etwas weiter.

Der Grund, warum Genien das professionell aufziehen müssen und nur sie das können und nicht Sterbliche, sind die massiven Risiken für normale Magier.

https://5thsrd.org/spellcasting/spells/wish/

Die Variante zerhaut natürlich das Wirtschaftssystem der 3.5 etwas, aber blicken wir für einen Moment darüber hinweg. Beklagenswert ist auch, dass es keinen Begrenzten Wunsch gibt, aber das soll uns erstmal nicht so stören.(Kleiner Exkurs: Ein hypothethischer Begrenzter Wunsch ist vielleicht ein Forschungsziel, um den Preis der Realitätsveränderung weniger drastisch zu machen; der Wunsch selbst ist vielleicht eine reverse-engineered Raubkopie der Genienkraft, und diese haben vielleicht ein Kopfgeld auf Anwender und Zauberbücher ausgesetzt, die darüber verfügen.)

Normalsterbliche Zauberer haben also eine Chance von 1:3, dass sie nur einen Wunsch jemals für etwas anderes einsetzen können als ein Duplizieren eines Zaubers des Achten oder geringeren Grades. Es ist also eine klare, atombombenähliche Lösung, die man nur einmal einsetzen kann.

Sie haben jedoch die Möglichkeit, per Beschwörung die Genien an die Kette zu nehmen, und sind damit nicht raus aus dem Spiel. Das macht auch in der Formulierung von Wünschen geschulte Gelehrte wertvoll, und vielleicht liefert eine solche Zauberer-Gilde diese gleich mit.

Genien haben dieses Limit nicht - dafür unterliegen sie einem anderen Limit: Adelige Genien- und nur diese - können nur ein bis drei Wünsche pro Jahr gewähren, kosmische Balance und so. Was die Sache etwas kompliziert macht, denn, folge ich der Beschreibung im Monster Manual, ist noch der beste von ihnen ein genusssüchtiger, dekadenter Sklavenhalter. Wie bekommt man einen Haufen narzisstischer, hedonistischer Potentaten dazu, sich an einer gemeinsamen Aufgabe längerfristig zu beteiligen?

Vermutlich durch Diplomatie und Bestechung. Der Oberhoncho ist vielleicht weniger selber der Wunschgewährer, sondern ein Vermittler/Makler zwischen den einzelnen Genie-Adeligen und den Sterblichen. Was diese nicht unbedingt zu wissen brauchen.

Und irgendwie machen alle Arten von Währung Sinn:

Da Genien Sklavenhalter sind, und sich laut MM ihr Status von der Anzahl der Sklaven abhängig ist, kann man sich wunderbar vorstellen, dass die eigene Bevölkerung oder Gefangene aus Raubzügen und Kriegen von den Fürsten als Tribut entrichtet werden. In einer solchen Zivilisation wird es wohl auch Sklavenhändler und -jäger größeren Ausmaßes geben.

Da durch diese Art des Wunsches keine magischen Gegenstände erschaffen werden können, sind auch diese sinnvoll.

Seelen sind auch interessant, wenn ein Genie versucht, Nachwuchs zu erschaffen (was aufgrund der Natur der Wesen vielleicht eher für diese exzentrisch ist): Sie entstehen unter bestimmten Bedingungen, wenn sich die Seelen mit der Urelementarsuppe vermengen. Vielleicht experimentieren einige herum.

Sagte ich genusssüchtig? Genien scheinen mir durch aller Art Prunk, Luxus und Ausschweifung durchaus beeinflussbar zu sein, also machen seltene und edle Güter aller Arten Sinn.

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