Disputorium

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ZockBockRadio 11: Liebe & DSA

Badoc hat nix mit Gemeinheit zu tun. Soweit ich mich erinnere, vertragen die Elfen die Menschen nicht, und verlieren ihre Fähigkeiten, wenn sie zu lang mit denen Kontakt haben. ich denke das Kpnzept kommt von der idee, das der Mensch Instinkte und Fähigkeiten verliert, wenn er zivilisiert in Städten lebt.

Ich möchte mich hier gar nicht in irgendwelche Breschen werfen bei dem Ausgrenzungsthema, bin da schon im Großen und Ganzen ja dabei und auch selbstkritisch. Finde allerdings den Brückenschlag deutsche Romantik zu inhärent instabilem und ausgrenzendem Stimmungsspiel dann doch gewagt. Das ist schon sehr ideologisch argumentiert.

Das ist nicht gewagt, das ist Unsinn. ich weiss, Settembrini ist da arg hinterher, aber Fakt ist nunmal, das der typische Rollenspieler gar nicht weiss, was die deutsche Romantik überhaupt ist. Auch behauptet Wikipedia, das Grundkonzept der Romantik sei die individuelle, gequälte Seele. Wo da der Zusammenhang zu Ausgrenzung liegen soll, erschließt sich mir nicht. Stimmungsspiel ja. DSA und die leiden des jungen Werther ähneln sich in ihrem Fokus auf "Stimmung". Der beleg, das das eine zum anderen geführt hat, fehlt mir aber, insbesondere da es ja in den USA ähnliche bestrebungen gab, ich sage nur Dragonlance. Aber dafür waren dann vermutlich die deutschen Einwanderer verantwortlich.

Fakt ist auch ,das die Stimmungsspiel-Zeit nur eine zeitlich beschränkte Facette von DSA war, und sich etwa das aktuelle DSA in bezug auf Spielkultur nicht mehr von gängigen anderen Rollenspielen unterscheidet.  Und das sage ich, wo ich nuter dem DSA-Railroading auch noch derb gelitten habe.

Ganz ehrlich: ihr habt Eure eigene Kultur noch nicht verstanden. Tut mir leid, ist nich böse gemeint, aber so hart sehe ich das. Das was ihr für "normal" haltet ist es schon nach übertreten der meisten Grenzen nicht mehr. Und der Kern da ist eben die Romantik. Die muß man dafür nicht kennen, das ist hier überall schon eingebacken. Gerne auch in ihrer Schwundform, dem Biedermeier-lichen. Oft genug aber in ihrer häßlichen, wagnerianischen Variante. Du mußt nur in die Niederlande gehen, und schon sind die ganz verwundert und verzückt, wie das mit dem gemütlichen Weihnachtsmarkt funktioniert. Die können auch nen Geburtstag vorfeiern. Und das ist kulturell und ethnisch und sprachlich so nahe, näher geht es ja kaum.

Versuch mal "heimisch" zu übersetzen. Oder "Heimat". Romanische Sprachen und das Englische haben das gar nicht. vgl. "Hygge" ode "Gemütlichkeit". "Stimmungsvoll"ist da die Entsprechung im Rollo-tum. Ich kenne auch keine slawische oder ungarische Entsprechung, aber den Russen wird ja nachgesagt, sie und die deutschen seien da in einigem Seelenverwandt, das mag Berufenerer uns sagen.

@Romantik Hier mal ein paar Häppchenvarianten:

https://www.lehrer.uni-karlsruhe.de/~za874/homepage/romantik.htm

https://praxistipps.focus.de/merkmale-der-romantik-das-ist-fuer-die-literatur-der-epoche-typisch_112373

Romantik – Eine Epoche voller Melancholie zwischen Tod und Traum

Der money shot, den man tausendfach belegen kann:

Vor allem aber ist die Romantik des späten 18. und 19. Jahrhunderts ist als eine Gegenbewegung zur nüchtern und naturwissenschaftlich geprägten Aufklärung zu verstehen.

Ich bin, was Romantik angeht, gerne bereit das auszubreiten in einer zukünftigen Folge, nurt halt ohne DSA, denn dafür habe ich das ja in Episode 9 gemacht.

Aber auch in Epsiode 11 hat ja Kirilow, die Blaue Blume vorgetragen! Abenteuer übersrpingen, sondern Blaue Blume anstarren! WT actual FUCK!? Kein Wunder, daß es danach bergab ging mit dem Laden.

Wenn es DSA nicht geben würde, müßte man es sich als counterfactual German RPG ausdenken, from first principles. Dann wäre es genau so, wie es ist.

Ich meine im Ernst: WO kommt den Rammstein her. WO ist das WGT?

Das ist doch alles so uglaublich offensichtlich. Und das ist ja nur eine kleine Fitzelkulturelementsache. Es ist überall. Und auch in DSA, nicht zu knapp.

 

Ich dachte, der Einfluss der Romantik wäre eher als eine Art Nachhallen dieser künstlerischen Strömung gemeint. Man muss ein Werk nicht aus erster Hand kennen oder darüber Bescheid wissen, um durch seine bereits entfaltete Wirkung auf die Kultur beeinflusst zu werden. Siehe zum Beispiel landläufige Ansichten über Kreativität als die individuelle Schaffenskraft eines ( gerne auch gequälten) Genies. Die gehen auf die Romantik zurück, wurden/werden aber auch gerne ohne Wissen um diesen Urpsrung wiederholt.

Dennoch kann ich auch einige der Anklagepunkte nicht teilen, bzw. fand ich sie teils etwas unscharf. Da wurde meine ich zum Beispiel in einer der früheren Episoden Karl May in die Tradition der Romantik gerückt, was ich so nicht nachvollziehen kann. Da mögen einige Elemente, vornehmlich das Motiv vom 'Edlen Wilden' vielleicht auch so ein Nachhall auf die Romantik sein, aber insgesamt scheint May doch eher ein realistischer Schriftsteller zu sein. In seinen einflusreichen Werken ist er einem transparenten und abbildnerischen Stil verpflichtet; die poetische Verklärung dermaßen überzogen, dass die Werke eben als Trivialliteratur gelten.

Wirklich Romantisch im engeren Sinn kann denke ich kein Rollenspiel sein, das wäre 'denen' mit dem eigentlich in jedem Rollenspiel irgendwie vorhanden Regelkorsett für die Kreativität viel zu philiströs gewesen. Aber wenn ich so darüber nachdenke, dann könnte man darin vielleicht schon eine Wurzel für die 'Erzählspieltradition' sehen. Hoffmanns Serapionsbrüder die sich gegenseitig ihre Geschichten vorlesen werden zum (erzählonkelnden) Meister und seinen Spielern –
aber beim Serapionsbund wechselte man sich wohlgemerkt mit dem Erzählen ab 😉

Edit: War als Replik auf Eriks letzten Post gemeint, das dazwischen kam rein während ich schrieb.

Überall, schmarn. Deutschland ist eines der modersten Länder, Patente, Bürokratie und Industrie wo man schaut, also Aufklärung pur. Weihnachtsmarkt, gut das seh ich ein. und sonst? Warum ist rammstein, also Metal/hardrock, romantisch? Das ist doch das gegenteil von gemütlich und stimmungsvoll.

Wenn ich die deutsche Kultur beschrieben würde, ich denke ich würde sagen, Ordnungsliebe, Schuld (in Bezug auf WW2) und Obrigkeitsgehorsam sind definierend. Der Deutsche scherst sich einen Dreck um das was er fühlt, der fragt erstmal den Vorgesetzten, was er den bitte fühlen soll! Und dann kontroliert er nochmal, ob das auch moralisch so in ordnung ist, was er da fühlt. Unter ner romantischen Kultur stell ich mir sowas vor wie die Italiener oder Franzosen.

Ganz ehrlich Erik, dann hast Du weder "Romantik", noch Italien oder Frankreich verstanden. Was ja aber gut ist, weil wir dann MEILENWEIT aneinander vorbei reden. Ebenso Rammstein, mehr Neoromantik geht ja kaum!

Das würde jetzt echt zu lange dauern und schriftlich nichts bringen, da fehlen einfach viel zu viele Zwischenschritte. Italien und Frankreich sind kulturell als sehr unromantisch weithin bekannt, Deutschland war lange STOLZ darauf KULTUR zu haben, wo die anderen nur so eine doofe, aufgeklärte Zivilisation haben.

Insofern kein Streit nötig, einfach volkommen andere Begriffsbelegung.

Wirklich Romantisch im engeren Sinn kann denke ich kein Rollenspiel sein, das wäre 'denen' mit dem eigentlich in jedem Rollenspiel irgendwie vorhanden Regelkorsett für die Kreativität viel zu philiströs gewesen.

Ist das nciht aber GENAU Kiesows Stoßrichtung? Ist es nicht GENAU das? Wenn er offen und versteckt gegen die "Krämerseele" und den "RegelFUCHSer" Werner "Phex" Fuchs wettert?

Und sind nicht die Aussagen LEGION die ungefähr so lauten: "Wir spielen nur noch echtes stimmugnsvolles aventurisches Rollenspiel, uns sind die Regeln fast egal!"

Wo ich bereit bin gerne von einem Romantikexperten mir das zergliedern zu lassen: die Deutschen hätten die Romantik pervertiert. Das mag sein, daß die  Originalküsntler und Schellings dieser Welt was gutes vorhatten und die romantischen Exzesse und Verabsolutierungen nicht mitgetragen  hätten. Novalis oder Heine meine ich würden erschaudern. Aber es ist, was es ist. Und es ist kein neokantianische Musikgruppe weit und breit...

Ich gebe gern zu, nicht mal im Ansatz zu wissen, was Romantik ist. ich hab mir aber deine links durchgelesen, und die begriffe da abgearbeitet. Weltflucht, Mittelalter, und begeisterung fürs eigene Volksgut seh ich durchaus in DSA, da stimmen wir ja überein, Psyche bedingt. Aber in Deutschland seh ich das halt nicht, weil- das behaupte ich mal so, es nicht da is, oder nicht mehr als woanders auch.

Nehme wir mal begeisterung fürs eigene Volksgut und Märchen, das am einfachsten. Die Chinesen sind da arg hinterher, die hauen in letzter Zeit viel raus in der Hinsicht. ich weiss seit einem Jahr nur durch Konsum von Populärmedien, was Wuxia und ähnliches ist. Die Filme und Bücher, die Deutschland in letzter Zeit zu den gebrüdern Grimm produziert hat, halten sich dagegen in grenzen. Eher wird drauf geschaut, das es ja nicht zu "deutsch" ist, weil dann könnt man ja Nazi sein. Da musst ja auch Rammstein gegen ankämpfen, weshalb ich die eher als Ausreisser sehe, anstatt wie du als typisch.

Auch wo ein Fokus auf Psyche sein soll, ist mir komplett unklar. Den Fokus seh ich bei Cthulhu, aber nicht bei DSA und in der deutschen Kultur schon zweimal nicht. Genausowenig sehe ich beim Deutschen eine begeisterung für "romantische ironie".

Also komm mir nicht mit unterschiedlichem begriffsverständnis, weil ich hab mich schön an das gehalten, was du verlinkt hast.