Die Namenlose Episode

Zock-Bock-Radio Episode 13

Liebe und deren Entzug – DSA 3 bis 5 ventilieren wir. Vom Barbiespiel und seinen schönen Seiten über die 7 Gezeichneten bis hin zu Unheil über Arivor und die aktuelle DSA5-Produktion besprechen wir die großen Entwicklungslinien, mit besonderem Augenmerk auf die wechselnden Redaktionen. Tangenten bezüglich Myranor und sein Verhaltnis zu Myra, der Welt der Waben und Uthuria inklusive.

Shownotes

Aventurischer Podcast im Gespräch mit DSA-Autor Bernd Ochs

DSA-Doku auf YT

Wandeln in den Zeiten von DSA

https://hinterdemauge.blogspot.com/2020/11/episode18.html

Europas größter Restbestand von DSA 4 Büchern: http://www.fantasyladen-berlin.de/

Beteilige dich an der Unterhaltung

4 Kommentare

  1. Zu den DSA4-Regionalspielhilfen und den Sternchen-Mysterien:

    Die Sternchen-Mysterien (die zur freien Verfügung) waren leider häufig sehr langweilig und schwach beschrieben, während die ohne Sternchen oft sehr detailliert waren, sich aber Leute nicht rangetraut haben. Da haben viele Autor*Innen Ideen eingestreut, die sie eventuell mal später aufgreifen wollten, es aber aus verschiedenen Gründen nicht getan haben. Da wurde ganz viel in die Welt gesetzt nach dem Motto: Lasst aber besser mal die Finger davon, dazu kommt vielleicht noch was.

    Ich möchte auch noch etwas zu der Uthuria-Geschichte ergänzen:

    Uthuria wurde auf Cons angekündigt unter der Federführung von (ich glaube) Thomas Römer, Stefan Küppers und Patric Götz. Die waren Teil der damaligen DSA-Redaktion. Angedacht war damals, dass es erst Uthuria-Entdecker-Abenteuer geben soll, die mit einer Art Feedback-Bogen ausgestattet sein sollten, mit dem die Spielrunden Rückmeldung geben sollten was ihre jeweiligen Runden gemacht haben. Auf Basis dessen sollte dann ein Settingband erscheinen.

    Die zuständigen Redakteure sind dann gegangen/wurden gegangen, daraufhin gab es die Lizenz-Übertragung an Prometheus mit der Ankündigung, dass das Überfahrts-Abenteuer noch von Ulisses stammen soll, der ganze konkrete Uthuria-Kram aber von Prometheus.

    Dann wurde eben Prometheus die Lizenz entzogen und Ulisses hat recht schnell das angesprochene – kritisch rezipierte – Überfahrts-Abenteuer und eine Uthuria-Kampagne rausgebracht.

    An der ersten Uthuria-Beschreibung wurde v.a. kritisiert, dass der Kontinent Uthuria rein von der Dimension her nicht auf den Kontinent Dere passt. Das war eine recht simulationistische Kritik, es gab auch Probleme mit dem Abenteuer selbst. Aber auch für Herausforderungs-Spieler gab es zu wenig taktische Möglichkeiten, für „Stimmungsspieler“ gab es zu wenig sense of wonder und „Vorlesetexte“ etc.

    Angeblich (hier wirklich Hörensagen) wurden damals verzweifelt Autor*Innnen gesucht, die schnell noch Uthuria-Abenteuer schreiben würden. Daraus wurde eher wenig und Uthuria war eben fast gar nicht beschrieben, als DSA5 angekündigt wurde. Womit dann Uthuria quasi eingestellt worden ist.

    Das alle ist mE für den späteren DSA4-Kram symptomatisch:
    Ich hatte insb. zum Ende der DSA4-Ära den Eindruck, dass versucht wurde möglichst viele Spielertypen anzusprechen, aber am Ende kein einziger angesprochen wurde. DSA2 bis Anfang DSA4 hat glasklar Stimmungsspiel und Railroading gemacht. Das war der Standard. Wenn man das nicht wollte: Pech gehabt mit dem offiziellen Aventurien.

    Wenn man sich einige späte DSA4-Abenteuer (Splitterdämmerung z.B:) anschaut, dann lassen die sich nicht als Stimmungsspiel vom Blatt spielen, obwohl sie es zu großen Teilen noch sind. Sie lassen sich nicht simulationistisch spielen, obwohl sie das zumindest andeuten. Sie lassen sich nicht frei spielen, obwohl sie es behaupten. (Beispiel: „Die verlorenen Lande“, der Haffax-Plot als G7-Resteverwertung, die Regeln zum simulationistischen Spiel sind nicht nur untauglich, sondern widersprechen in allen Belangen dem angeblichen Ablauf des Abenteuers, es gibt klassisch-fantastische Szenen a la G7, die aber keinerlei Unterstützung bieten, es wird in der 20-seitigen Einleitung (für die man fast Aventurologie studiert haben muss) ständig die Freiheit des Abenteuers betont, aber es gibt sie nicht, wenn man das offiziell spielen will).

    Ein Problem dieser Spätphase von DSA4 war halt auch, dass die Redaktion ja noch den aventurischen Metaplot beschreiben, den G7-Kram abschließen sollte, während sie auch an der DSA5-Umstellung gearbeitet hat. Da verstehe ich auch, dass die Abenteuer Mängel haben.

    Aber um auch ein wenig DSA4-Liebe einzubringen:
    Die Settingboxen zu „Die dunklen Zeiten“ und „Gareth“ finde ich, trotz teilweise nerviger zusätzlicher Regeln, absolut hervorragend und die eignen sich auch sehr gut für freies Spiel und Sandboxing, es gab in der Zeit auch teilweise wirklich gute Abenteuer. Magnus „Unter Wudu“ natürlich, aber auch viel von Uli Lindner oder „Das Gleichgewicht der Macht“, das (quasi wirklich neu für DSA) sogar einen Teil des Metaplots (wenn auch einen sehr kleinen) von der jeweiligen Spielrunde frei bestimmen lässt. Oder „Beifang“, das klassische DSA-Momente bietet, aber eben ein völlig offenes Ende. Das mag sich heute nicht besonders anhören, aber für DSA war das was wirklich besonders.

    Das sind leider eher kleine Abenteuer, bei den großen gab es dann doch Probleme.

    Sonst würde ich noch sagen, dass der Fokus auf den Metaplot in der (in Foren aktiven) Spielerschaft arg zurückgegangen ist. Aber das nicht erst mit DSA5. Vorher wurden auch DSA4-Kampagnen wie G7 und Jahr des Feuers massiv besprochen und jedes Fitzel-Detail diskutiert, selbst die G7 wird auf Facebook aktiver besprochen, als der aktuelle DSA-Metaplot. Was ich aber auch angenehm finde.

    Ach so: Und in Bezug auf die Umzüge zu Ulisses: Es spricht sich Wald-Ems, nicht Wal(l)-Dems.

    1. Danke für die Ergänzungen! Über Wald-Ems habe ich mich die ganze Zeit gewundert. Was den Unterscheid zwischen Ankündigung udn Realität angeht, auf verschiedenen Ebenen…das muß man immer einpreisen, leider. Bei mir kommt dann halt der feste Eindruck auf, die wissen es nicht besser und haben halt am Ende wenig Ahnung. Die Alternative wäre ja, Absicht zu unterstellen.

      1. Ich glaube es ist weder ein Fall von böser Absicht noch von Unwissen.

        Im Rahmen der „Jahr des Feuers“-Kampagne gab es mal einen beteiligten Autor, der in irgendeinem der DSA-Foren (ich kann das gerade nicht recherchieren) sagte, dass beim Verlag die Mentalität galt: „I don’t need it good, I need it wednesday.“ (vielleicht war es auch tuesday 😉 )

        Insbesondere zu Umstellung DSA4/DSA5 hatte ich den gleichen Eindruck. Produkte müssen her und diese ganzen Metaplot-Elemente über hunderte Publikationen zu recherchieren ist unfassbar nervig, da viel mehr Zeit in Recherche des Hintergrunds als in Ausgestaltung und Planung der Abenteuer.

        Damit will ich sagen: Sie wussten es besser, aber konnten – angesichts der Situation – nicht besser.

        Mit DSA5 wurde ja auch der Metaplot quasi rebooted und versucht möglichst viele der alten Zöpfe abzuschneiden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.