Disputorium

Bitte oder Registrieren, um Beiträge und Themen zu erstellen.

Biosozioarkane Betrachtungen zu AD&D 1

Die Humanozentrik ist ja auch direkt hineingeschrieben.

Current thinking of this agency: 10 Ignores
Zitat von ErikErikson am 13. Juli 2020, 17:41 Uhr

Müssten die Menschen nicht übermächtig sein, wenn die die einzigen sind, die klassenübergreifend hochstufige charaktere generieren?  Der machtzuwachse ist doch exponentiell, oder? Das müsste doch bedeuten, die Welt wird von einer Anzahl von X menschen (und vielleicht noch einem Elfen) beherrscht, und der rest schaut zu?

Ja. Man kann das teilweise aus den Begegnungstabellen ablesen (man trifft einfach Menschen um ein vielfaches häufiger als die anderen Spielerrassen), aber es steht so - wie B_u_G schon ganz richtig sagt - exakt so im Text.

Ich spekuliere mal, dass dies neben dem menschlichen Ehrgeiz, dem Wohlwollen der Götter (warum eigentlich?) und der metaphysischen Auswirkung von Gold = EP auch damit zusammenhängt, dass sie eine höhere Geburtenrate haben. Dafür habe ich aber keine Textstelle in den drei Büchern gefunden. Die Menschen bringen sowohl Masse, wie auch Klasse hervor.

It is by nerdiness alone I set my mind in motion. It is by the roll of dice my thoughts acquire speed; the dice create uncertainty, and uncertainty creates an adventure. It is by nerdiness alone I set my mind in motion.

Dann sollten die menschen ein manifest destiny oder mandate of heaven haben, um sich zu erklären, warum sie so erfolgreich sind. Und sie sollten irgendwie ein Konzept haben ,wie sie mit den anderen, weniger erfolgreichen, rassen umgehen. Klingt schon alles sehr nach Wildem Westen bzw. Kolonialismus. man kann aber auch was neues bauen. Vielleicht sind die Menschen ja zerstritten, und suchen sich verbündete unter den schwachen rassen, so wie die mexikaner in Südamerika. Oder sie sind einfach so auf sich zentriert, das sie sich für die anderen gar nicht mehr interessieren. Es ist ja auch ne ganz andere Sache, wenn so viel macht in einzelpersonen konzentriert ist.

Zitat von ErikErikson am 13. Juli 2020, 19:08 Uhr

Dann sollten die menschen ein manifest destiny oder mandate of heaven haben, um sich zu erklären, warum sie so erfolgreich sind. Und sie sollten irgendwie ein Konzept haben ,wie sie mit den anderen, weniger erfolgreichen, rassen umgehen. Klingt schon alles sehr nach Wildem Westen bzw. Kolonialismus. man kann aber auch was neues bauen. Vielleicht sind die Menschen ja zerstritten, und suchen sich verbündete unter den schwachen rassen, so wie die mexikaner in Südamerika. Oder sie sind einfach so auf sich zentriert, das sie sich für die anderen gar nicht mehr interessieren. Es ist ja auch ne ganz andere Sache, wenn so viel macht in einzelpersonen konzentriert ist.

Die Idee, die ich hatte, als ich mit diesem Faden begann, war ja, herauszuorakeln, wie ein impliziertes Setting aussähe, wenn man nur die drei Grundbücher hat.

Wie Gesellschaften, Geschichte etc. aussehen usw. wenn man die Texte interpretiert. Und Manifest Destiny, amerikanischer Exzeptionalismus etc. schimmern bei Gygax schon ziemlich stark durch.

Klar kann man Sachen anders machen, und das ist auch cool - aber eben anders.

It is by nerdiness alone I set my mind in motion. It is by the roll of dice my thoughts acquire speed; the dice create uncertainty, and uncertainty creates an adventure. It is by nerdiness alone I set my mind in motion.

Ja, dann wäre es wohl am ehesten so, das die Nichtmenschlichen rassen langsam verschwinden, bzw. in unergiebige gebiete gedrängt werden bzw. da schon sind. Vermutlich haben die menschen nur wenig Lust, in Wäldern oder Gebirgen zu hocken.

Die Auswirkung von diesen wenigen hochstufigen leuten ist mir noch unklar. Was bedeutet es für eine Welt, wenn es so ein paar "Superhelden" gibt, die ganze Städte vernichten oder aus dem Nichts erschaffen können? Das hängt ja ganz individuell von den jeweiligen hochstufigen leuten ab. Wenn so ein level 14 Druide im Wald hocken will und Kräuter züchten, bis ein herausforderer kommt, dann tut er das halt.

Einige werden sicher herrschen wollen, und um die herum entwickeln sich dann Staaten.  ich würde mal behauptet, jede größere macht in so einer Welt ist um einen oder mehrere hochstufige rum aufgebaut, seien es Staaten oder Verbände jeder Art. Und die Politik ist unvorhersehbarer, weil sie stark von Individuen gemacht wird. Wenn da mal einer beleidigt ist, kan nes schon mal sein, er rastet aus und ebnet ne Stadt ein.

Wenn so ein level 14 Druide im Wald hocken will und Kräuter züchten, bis ein herausforderer kommt, dann tut er das halt.

Danke, daß Du mich auf die Idee gebracht hast... Druiden sind halt (in Kombination mit dem vorherigen Post) das Ideal des natürlichen Apex-Raubtiers, und des Gleichgewichtes der Natur... Und nicht unbedingt verschrobene Naturkundler.

Das wird eine der Linien für den Druidenbeitrag sein.

Und die Politik ist unvorhersehbarer, weil sie stark von Individuen gemacht wird. Wenn da mal einer beleidigt ist, kan nes schon mal sein, er rastet aus und ebnet ne Stadt ein.

Aber hallo! Ganz sicher tun sie das dann und wann!

It is by nerdiness alone I set my mind in motion. It is by the roll of dice my thoughts acquire speed; the dice create uncertainty, and uncertainty creates an adventure. It is by nerdiness alone I set my mind in motion.
Zitat von ErikErikson am 13. Juli 2020, 20:16 Uhr

Was bedeutet es für eine Welt, wenn es so ein paar "Superhelden" gibt, die ganze Städte vernichten oder aus dem Nichts erschaffen können?

Wobei es damit ja unter den Bedingungen ja auch nicht so weit her ist. Hochstufigen Personnagen sind unter den von Oger gesetzten Rahmenbedingungen (Auswahl an Quellen) ja noch recht enge Grenzen gesetzt (im Vergleich zu einer breiteren Quellenauswahl oder auch anderen Editionen).

Am wichtigsten ist diese Frage in Bezug auf zaubermächtige Personnagen. Und das ist dann für mich letztlich weniger die Frage nach mächtigen Einzelpersonen und ihrem Einfluß, sondern viel mehr die alte Frage danach, was es eigentlich bedeutet, wenn Magie in der Welt existiert.

Current thinking of this agency: 10 Ignores

Waren die Zauberwirker denn schon in den ersten Editionen so übermächtig?

Zitat von ErikErikson am 14. Juli 2020, 8:38 Uhr

Waren die Zauberwirker denn schon in den ersten Editionen so übermächtig?

Jain.

Später wurden Zauberer flexibler und hatten mehr Zauber pro Tag, Einzelzauber waren jedoch effektiver - wenn man den richtigen vorbereitet hatte.

Wenn man Schlaf vorbereitet hat, weil man Goblins erwartet, und auf Skelette trifft, ist man gekniffen.

 

It is by nerdiness alone I set my mind in motion. It is by the roll of dice my thoughts acquire speed; the dice create uncertainty, and uncertainty creates an adventure. It is by nerdiness alone I set my mind in motion.

Drachen und ihre Märkte

Die Fakten:

  • Fähigkeiten: Odemwaffen, Zauber, Furchtaura (die mit steigendem Alter schwieriger wird), Flugfähigkeit, Resistenz oder Verwundbarkeit gegenüber bestimmten elementaren Angriffen, Exzellente Sinne, Unsichtbares Entdecken, Infravision
  • Es gibt acht bekannte Altersstufen. Die statistische Verteilung ist gleichmäßig 12,5%.
  • 53% aller Drachen exklusive des Chromatischen und des Platindrachen - können sprechen. 44,5% aller sprechenden Drachen (23,6% aller Drachen insgesamt) können Zauber Wirken.
  • Viele Drachen (Kupfer, Messing, Bronze, alle Farbigen "Normalen") können unterworfen und verkauft/weitergegeben werden. Es gibt in "Larger Towns & Cities" einen Markt dafür.
  • Die meisten Drachen sind eitel und anfällig für Schmeichelei, allerdings auch feige und gierig
  • Berserkermodus der Eltern bei Angriff der Jungtiere in einem Nest
  • Ein Drache befindet sich zu 42,5% in seinem Lager. Unterarten, die mehr unterwegs sind, haben eine geringere Wahrscheinlichkeit, sprechen zu können, als solche, die sich vermehrt in ihren Lagern aufhalten.
  • Schlafphasen finden gesonderte Erwähnung. Die Wahrscheinlichkeit eines im Lager befindlichen Drachen, in seinem Lager zu schlafen, beträgt 32% über die zehn "normalen" Drachensorten (13,6% insgesamt), und verhält sich antiproportional zur Sprachfähigkeit und damit zum Zugang zur Magie.(Allgemeine Intelligenz hat natürlich auch etwas damit zu tun.) Andersherum wird auch ein Schuh draus: Intelligentere Drachen sind häufiger im Lager und haben eine höhere Wahrscheinlichkeit für Sprachen und Magie, und schlafen insgesamt weniger.
  • Drachen sind lt. DMG zufällig nur in der Wildnis anzutreffen - und erscheinen auch nicht auf den Tabellen für Feenlande.

Deutungen:

  • Drachen meiden zivilisierte Gebiete, wurden von dort vertrieben bzw. dort ausgerottet.
  • Die zufällige Verteilung von Sprache und Zaubern und der Zusammenhang mit dem Schlaf - und Wanderverhalten deutet darauf hin, dass die unterschiedlichen Unterspezies sich in verschiedenen zivilisatorischen und evolutionären Stufen befinden: Die eher primitiven Weißen Drachen sind eher durch ihr Territorium wandernde Raubtiere, die Goldenen an der Spitze eher sesshafte hochentwickelte Wesen.
  • Die Zufälligkeit bei der Verteilung der Zauber könnte jedoch auch bedeuten, dass Drachen die Magie eher spontan und zufällig entwickeln, statt dies wie ein menschlicher Magie - Anwender zu tun. Das sie eine Spezies sind, in der die Gaben selbst innerhalb der Arten recht unterschiedlich verteilt sind.
  • Das für mich interessanteste ist die Möglichkeit, die Biester zu unterwerfen - und sie anschließend weiter zu verkaufen. Die Textstelle lässt sich so deuten, das dies nicht unbedingt etwas ungewöhnliches ist, was andere Rückschlüsse auf die Kulturen zulässt. Was mir als Idee kam: Ein Drachenmarkt - eine Mischung aus Zirkus - und Verkaufsveranstaltung, in dem die Drachen in einem Amphitheater an den Meistbietenden verkauft werden, während das gemeine Publikum dem Spektakel der Vorführung und des Verkaufs beiwohnt. Selbiger Marktplatz hat vermutlich große unterirdische Kammern, welche diese Bestien einigermaßen sicher aufbewahren können, bis sie an bestimmten Tagen dem johlenden und staunenden Volk sowie ihren baldigen neuen Besitzern in schweren Ketten aus zwergischem Stahl vorgeführt werden.Vielleicht mit anderen Bestienvorführungen, Gladiatorenkämpfen usw. im Vorprogramm.
  • Man könnte nun weiterspekulieren, das es eben eine solche Hochkultur war, die zum Verschwinden der Drachen aus den besiedelten Gebieten beigetragen hat - sie wurden nicht nur erschlagen, sondern in größerer Zahl unterworfen, so das Drachen diese Gebiete nun deswegen meiden. Was sie natürlich niemals freiwillig zugeben würden, denn damit würden sie eingestehen, dass die Menschen in der Nahrungspyramide über ihnen stehen. Das passt wieder nett zu der Theorie, das Menschen die wahren Herrscher der Welt sind, egal, wie mächtig einzelne Drachen sein mögen. Die Menschen sind einfach mehr, und ein paar hochstufige sind auch dabei.
  • Vielleicht gibt es ja eine Drachenfängergilde, die auszieht, um aus den fernsten Winkeln der bekannten Welt immer weiter Drachen zu erbeuten, um sie in der fernen Hauptstadt zur Schau stellen zu können; vielleicht bis wahrscheinlich haben sich auch schon einige Gruppen, Städte, oder Reiche bei diesen Unternehmungen verkalkuliert. Dracarys.
It is by nerdiness alone I set my mind in motion. It is by the roll of dice my thoughts acquire speed; the dice create uncertainty, and uncertainty creates an adventure. It is by nerdiness alone I set my mind in motion.