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Was soll denn das für eine bescheuerte Frage sein? Bin ich jetzt ein  Despot oder ein Diktator oder was? Soll doch jeder Mensch nach seiner Facon glücklicher werden.

Stimme der Vernunft. 4E Archoangel - love me or leave me!
Zitat von Just_Flo am 28. Oktober 2019, 20:58 Uhr

Auch bei dem Exkurs zum Gamersgate im Blogg muss ich um meine Position zum Bloggeintrag zu finden wohl noch etwas prüfen. (= Ob es den oder die im Blogg angedeuteten Selbstmord/e / in den todgetriebenen in diesem Kontext / Wirkzusammenhang wirklich gab. Wenn ja, dann bin ich erschüttert und frage mich warum ich nicht vorher von diesen gehört habe.)

Dabei ist das erst ein paar Wochen her. Kurzfassung: Zoe Quinn hat einen Videospieldesigner (Alec Holowka), mit dem sie vor Jahren eine Beziehung hatte, verschiedener Formen des (ergo ebenfalls Jahre zurückliegenden) Mißbrauchs beschuldigt. Dessen Partner sagen sich öffentlich von ihm los. Holowka, der schon lange psychische Probleme hatte, nimmt sich wenig später (ein paar Tage) das Leben.

Punch it, 中尉!

 

Zitat von Wulfhelm am 28. Oktober 2019, 22:56 Uhr
Zitat von Just_Flo am 28. Oktober 2019, 20:58 Uhr

Auch bei dem Exkurs zum Gamersgate im Blogg muss ich um meine Position zum Bloggeintrag zu finden wohl noch etwas prüfen. (= Ob es den oder die im Blogg angedeuteten Selbstmord/e / in den todgetriebenen in diesem Kontext / Wirkzusammenhang wirklich gab. Wenn ja, dann bin ich erschüttert und frage mich warum ich nicht vorher von diesen gehört habe.)

Dabei ist das erst ein paar Wochen her. Kurzfassung: Zoe Quinn hat einen Videospieldesigner (Alec Holowka), mit dem sie vor Jahren eine Beziehung hatte, verschiedener Formen des (ergo ebenfalls Jahre zurückliegenden) Mißbrauchs beschuldigt. Dessen Partner sagen sich öffentlich von ihm los. Holowka, der schon lange psychische Probleme hatte, nimmt sich wenig später (ein paar Tage) das Leben.

Reden wir vom selben Gamersgate oder "nur" von den selben beteiligten Personen oder von komplett verschiedenen Sachen? Ich meine das Gamersgate, zu dem jemand dann ein Spiel auf Drivethru gestellt hat, welches dann dort zeitweise oder permanent runtergeflogen ist und letztendlich ein paar Jahre vor Mandy vs. Zac war.

 

Unabhängig davon habe ich in meiner Blase nichts davon mitbekommen. Und es stimmt mich traurig. Sowohl, dass ich es nicht mitbekommen habe als, dass es überhaupt passiert ist.

Zitat von Archoangel am 28. Oktober 2019, 22:16 Uhr

Was soll denn das für eine bescheuerte Frage sein? Bin ich jetzt ein  Despot oder ein Diktator oder was? Soll doch jeder Mensch nach seiner Facon glücklicher werden.

Wäre für so jemand deiner Meinung nach das Buch interessant?

Signaturen sollten meiner Meinung nach dabei helfen die Individualität von Personen auszudrücken und nicht um Konflikte und Befindlichkeiten zu pflegen.

Wenn Gamergate und Gamersgate nicht zwei verschiedene Dinge sind (und ich bin da nicht drin, also kann das sein), dann ist Zoe Quinn die Person, um die sich Gamergate ursprünglich drehte.

Das ursprüngliche Gamergate war ja: Typ wäscht schmutzige Wäsche der Öffentlichkeit. Seine Exfreundin ist Zoe Quinn, die beschuldigt wurde, ihn mit mehreren anderen Männern betrogen zu haben (was ziemlich sicher stimmt) und dafür von einigen von denen positive Reviews für ihr Indiespiel bekommen zu haben (was ziemlich sicher nicht stimmt.)

Und dadurch ist die halt zu einer Hassfigur (für die "Gater") bzw. zu einer Heiligen (für deren "woke" Gegenspieler) geworden, die sich selber als "Aktivistin gegen Mißbrauch" gesellschaftlich und wirtschaftlich neu etabliert hat.

So, wie ich das mitbekommen habe.

Punch it, 中尉!

Ah, danke für die Erläuterung.

Signaturen sollten meiner Meinung nach dabei helfen die Individualität von Personen auszudrücken und nicht um Konflikte und Befindlichkeiten zu pflegen.

Das Buch ist halt Diskriminierend und Respektlos, die Sache versteckt sich allerdings im Detail, deswegen dürften die Autoren selbst das auch gar nicht kapieren, zumal sie in ihrer Filterblase eh Fishing for Compliments betreiben. Sie wollen für ihre "Rücksichtnahme" ja Gelobt und mit Anerkennung behandelt werden.

Der Punkt ist doch, dass das Rollenspiel nicht der Mittelpunkt der Welt ist und die Leute nicht einfach so am Spieltisch aufploppen, sondern ein ganz normales Leben haben. Und bereits in dem haben sie Strategien entwickelt, um zum Beispiel mit ihrer Behinderung umzugehen oder ihren Alltag zu meistern. Die Leute wissen selbst wie man mit umzugehen hat und können am Besten erklären worauf zu achten ist. Und falls jemand dermaßen traumatisiert ist, dass er bei einem falschen Wort am Spieltisch abdreht, dann braucht er keine Rücksichtnahme, sondern eine professionelle Therapie. Ich spiele ja auch nicht Mensche-Ärgere-Dich-Nicht, wenn ich Farben hasse. Menschen wollen erst einmal nur eines: Wie Menschen behandelt werden.

Deswegen ist es erst einmal egal, ob jemand eins Transirgendwas oder ein Transbumsegal ist. Ist seine/ihre Privatsache. Ich käme niemals auf den Gedanken am Spieltisch jemanden so zu beschämen, dass ich sage "Weißt du, ich weiß ganz genau wie man mit solchen Leute wie dir umgehen muss. Ich habe mir nämlich dafür extra ein Buch gekauft. Und weil du nicht normal bist wie alle anderen hier am Tisch, gibt es extra für dich die X-Card. Damit das auch jeder weiß. Bin ich nicht toll?"

Und wir normale Rücksichtnahme im Alltag funktioniert, dass muss mir kein Rollenspielbuch erklären.

ReadU
Taysal
Zitat von Taysal am 29. Oktober 2019, 1:32 Uhr

Und wir normale Rücksichtnahme im Alltag funktioniert, dass muss mir kein Rollenspielbuch erklären.

Der Zielgruppe dieses Buches und - vor allem - den Autoren selbst offenbar schon.

Zitat von Just_Flo am 28. Oktober 2019, 20:58 Uhr

Auch bei dem Exkurs zum Gamersgate im Blogg muss ich um meine Position zum Bloggeintrag zu finden wohl noch etwas prüfen. (= Ob es den oder die im Blogg angedeuteten Selbstmord/e / in den todgetriebenen in diesem Kontext / Wirkzusammenhang wirklich gab. Wenn ja, dann bin ich erschüttert und frage mich warum ich nicht vorher von diesen gehört habe.)

Zoe Quinns Affäre(n) mit Computerspiele-Journalisten war(en) ja der Auslöser für die Gamergate-Entrüstung der Computerspiele-Fans vor fünf Jahren.

Dieweil hat Zoe Quinn sich nicht nur im Spiele-Umfeld, sondern auch im Comic-Umfeld gut plazieren können, während sie mit offenbar haltlosen Anschuldigungen Leute in den Selbstmord trieb.

Suche nach "Gamergate Suicide" brachten Artikel wie diesen hier als erstes Such-Ergebnis:

https://bigleaguepolitics.com/video-game-developer-commits-suicide-after-being-metooed-by-gamergate-victim/

Ich bin selbst kein Computerspieler und an mir ist das Thema Gamergate ziemlich vorbeigegangen, auch wenn ich in anderen Bereichen ebenfalls die ungute Verwicklung, ja geradezu Korruption von Herstellern/Schaffenden und (Fach-)Journalisten erlebt habe.

Bei Gamergate wurde ja offenbar das ganze Thema "Korruption der Spiele-Journalisten" sehr wirksam auf "Frauenfeindlichkeit" umgelenkt. Das erscheint mir eine sehr erfolgreich verlaufende Ablenkungstaktik gewesen zu sein, denn die auslösende Korruption, die "Gefälligkeits-Rezensionen", die Käuflichkeit der Spiele-Journalisten gibt es ja wohl immer noch.

Auf jeden Fall sind die "Hauptpersonen" der damaligen Gamergate-Zeiten auch heute noch genauso zerrüttend unterwegs - und sorgen dafür, daß Leute ihre Arbeitsstelle verlieren, oder treiben sie in den Selbstmord.

Das ist somit die Nachwirkung von Gamergate. Cancel Culture fing damals erst so richtig an. Heute feiert sie ungeahnte Blütezeit.

 

 

ich wäre vorsichtig damit, den Selbstmord dem Gamergate Zwist  allein zuzuschreiben. Da wird noch mehr dahintergesteckt haben.

"Deswegen ist es erst einmal egal, ob jemand eins Transirgendwas oder ein Transbumsegal ist. Ist seine/ihre Privatsache. Ich käme niemals auf den Gedanken am Spieltisch jemanden so zu beschämen, dass ich sage "Weißt du, ich weiß ganz genau wie man mit solchen Leute wie dir umgehen muss. Ich habe mir nämlich dafür extra ein Buch gekauft. Und weil du nicht normal bist wie alle anderen hier am Tisch, gibt es extra für dich die X-Card. Damit das auch jeder weiß. Bin ich nicht toll?""

Hier würde ich widersprechen. Bei einem psychisch Kranken halte ich das für die richtige Vorgehensweise. Die sind meistens recht froh, wenn ihre verwandten ein Buch über ihre Krankheit lesen, weil man tatsächlich viel falschmachen kann, was man so nicht weiss. Die X-Card widerum ist schwachsinnig, weil die wenigsten psychisch Kranken mit bestimmten abstrakten Szenen im Rollenspiel Probleme haben. Da geht es schon um krankheitsspezifische Aspekte im Spielumfeld und in der Interaktion. Einen depressiven z.B. muss man konstant immer wider ansprechen und ins Spiel ziehen, weil er sonst schlicht nicht mitmacht. Ein Autist braucht eventuell eine niedrigere Helligkeit als der Rest. Jemand mit PTBS soll sogar unter bestimmten Umständen mit traumata konfrontiert werden.

Beschämen tut man damit niemand, zumindest wenn die Leute einem gesagt haben, dass sie unter XY leiden, dann wollen sie auch darüber reden. Ausnahmen sind persönlichkeitsstörungen und bestimmte andere Sachen.

Also im Großen und ganzen ist es schon ein guter Ansatz. Das Hauptproblem ist, das wahrscheinlich nicht jeder am Spieltisch Bock drauf hat, derart viel zeit und Energie in die Probleme anderer Leute zu stecken.

 

 

Zitat von ErikErikson am 29. Oktober 2019, 2:08 Uhr

Beschämen tut man damit niemand, zumindest wenn die Leute einem gesagt haben, dass sie unter XY leiden, dann wollen sie auch darüber reden. Ausnahmen sind persönlichkeitsstörungen und bestimmte andere Sachen.

Wenn sie darüber reden WOLLEN, in Ordnung. In den zwei Fällen, die mir in 40 Jahren Rollenspielpraxis untergekommen sind, hatten die Betroffenen aber NIEMANDEM etwas darüber gesagt, daß sie psychische Störungen hatten. Das kam erst hinterher heraus.

Hätte die Spielgruppe, der SL, irgendwer im Spiel vorher was gewußt, dann hätte man eventuell die betreffenden Spieler lieber NICHT in der AD&D-Runde mitspielen lassen. Und zwar egal, ob die sich das selbst zutrauen oder nicht, denn der SL und die Mitspieler können einfach NICHT die Verantwortung für die seelische Gesundheit eines psychisch Vorgeschädigten übernehmen. Geht einfach nicht. Wer das behauptet, der LÜGT.

Also im Großen und ganzen ist es schon ein guter Ansatz. Das Hauptproblem ist, das wahrscheinlich nicht jeder am Spieltisch Bock drauf hat, derart viel zeit und Energie in die Probleme anderer Leute zu stecken.

Ich bin KEIN Therapeut. Eine Spielrunde ist zum SPIELEN da. - Wer irgendein Problem hat, das nichts mit dem Spielen, dem Zeitplan der Sitzungen, etc. zu tun hat, der kann NICHT erwarten, daß ich oder wer anderes hier therapeutisch tätig wird.

Entweder jemand ist fit zum Mitspielen, oder halt nicht.

Wenn jemand durch z.B. einen schweren Krankheitsfall in der Familie seelisch aus dem Gleichgewicht ist, somit durch manch eine Szene in einer Spielrunde belastet werden könnte, dann kann das erst einmal niemand in der Runde ahnen - außer der Betreffende erzählt jedem in der Runde von seinen intimsten seelischen Problemen, und dann wäre das an sich schon eine so unangenehme Vertraulichkeit für alle anderen, daß diese Person nicht in eine normale Spielrunde paßt, sondern eine Therapiegruppe oder Selbsthilfegruppe oder anderes angemessener ist.

Ob jemand mitspielt, sollte der Betreffende erst einmal mit seiner Selbstwahrnehmung, wie er sich gerade so fühlt, ausmachen. Wenn ich mich nicht gut fühle, zu gestreßt oder aggressiv geladen durch Dinge, die im Job oder sonstwo passiert sind, dann spiele ich NICHT mit. Dafür hat auch bislang jede Spielgruppe, in der ich gespielt habe, Verständnis gehabt.

Auf gar keinen Fall darf jemand erwarten, daß sich die gesamte Gruppe nur nach ihm richtet, daß er der bestimmende Faktor für Umfeld, Umfang und Inhalt des Spiels wird, nur weil er irgendein Problem hat. - Da darf er sich gerne eine entsprechend "therapiewilligere" Gruppe suchen. Wir wollen NUR SPIELEN.

Wenn zu mir jemand ins Kampfkunsttraining kommt und hat ein akutes Knieproblem, kann nicht richtig laufen, dann kann er NICHT mittrainieren. Ebenso, wenn er sich nicht beherrschen kann, überaggressiv handelt und seine Trainingspartner gefährdet - in diesem Falle wird er aus dem Training ausgeschlossen, für eine Übungseinheit oder für immer, je nach Schwere der Vorfälle. - Im Kampfkunsttraining sind viele Problemteilnehmer mit offensichtlichen Einschränkungen versehen (Verletzungen, etc.), die sofort und für jeden gleich nachvollziehbar die Trainingsuntauglichkeit belegen. Aber es gibt, wie im Rollenspiel, auch die psychischen, die unsichtbaren Untauglichkeiten. Und diese werden einem oft erst mitten in der Übungseinheit offenbar.

Hier ist, weil direkt die körperliche Gesundheit der Trainingspartner gefährdet ist, ein sofortiges Einschreiten notwendig. Beim Rollenspiel wird den anderen Mitspielern halt "nur" das Spiel verdorben. Aber auch da sollte man sich überlegen, ob der eine Mitspieler jetzt noch in der Lage ist mitzuspielen.

Wie gesagt, ich bin KEIN Therapeut. Will es auch nicht sein.

Wer ernste Probleme mit dem hat, was in meinen Spielrunden so thematisch behandelt wird und wie es dargestellt wird, der muß ja nicht mitspielen, sondern kann sich andere Runden suchen oder für den ist das Hobby eventuell gar nichts - je nach Schwere und Dauer der Probleme des Betroffenen.

Ich selbst spiele ohne brutale Gewaltdarstellung, blende oft Dinge aus, weil mir selbst Brutalität im Spiel nicht gefällt und ich das nicht brauche, um stimmungsvoll und spannend spielen zu können. Als Spieler bin ich auch schon in Gruppen gewesen, wo es mir zu weit ging. Diese Gruppen hatte ich dann verlassen, denn allen anderen in der Gruppe hatte genau dieser Grad an Brutalität viel Spaß bereitet. Ich erwarte NIEMALS, daß sich alle nach MIR richten müssen, wenn ich irgendwo mitspiele.

Eine solche Einstellung erwarte ich auch von allen Spielern, die in meinen Runden mitspielen. - Rollenspiel ist ein Gruppenspiel. Daher müssen sich einfach ALLE AUFEINANDER einlassen können. Die einzigartigen Schneeflocken, die Einzelkämpfer und Aufmerksamkeitssüchtigen passen da nicht rein.

 

Nochmal: KEINE Therapie, NUR Spiel.

Mehr wird nicht geboten. Mehr kann man nicht erwarten.

Jeder wird ganz normal wie jeder andere behandelt.