Disputorium

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ZBR Episode 9: Was ist ausgrenzend an DSA?

So, nachdem ich mich gestern um meine Nachtruhe gebracht habe und in meinem jugendlichen Leichtsinn auch noch einen Kommentar angekündigt hatte, will ich den auch liefern.
Wobei ich glaube, dass ein Kommentar gar nicht reicht und ich auch nicht weiß, wo ich überhaupt anfangen soll.
Beim Hören des Podcasts ist so viel alter Frust hochgekommen, dass es mir selbst gar nicht bewusst war, dass der noch immer in mir schwelt.

Ich versuche mich auf das Hauptthema der Ausgrenzung zu beschränken.

Meinen ersten (bösen?) Seitenhieb auf die DSA-Spielkultur hatte ich schon in meinem Kommentar unter dem Cast selbst versteckt.
Und ich meine nicht die "hässliche" Jugendliebe, sonder das "fleißige Mitschreiben".
Das versteht vielleicht niemand sofort ohne Erläuterung, aber es ist ein erstes Beispiel für Ausgrenzung, die ich beobachtet habe, zumindest in den Gruppen, in denen ich gespielt habe:
(Disclaimer: Das ist inzwischen fast 25 Jahre her! Es mag sich geändert haben.)
Wer das Athmo-Meister-Geschwurbel, wie im Diktat, mitnotiert hat und es bei Beginn der nächsten Spielsitzung für den "Meister" zufriedenstellend "dem Rest der Gruppe" (also den unwürdigen, faulen Socken und Sockinnen) zusammenfassend rezitieren konnte, wurde natürlich im folgenden Spiel wohlwollend mit Schätzen und APs bedacht.
Der Rest wurde entweder durch Missachtung oder sogar (im Extremfall!) durch Verlust von Ausrüstung, Schätzen oder gar schlimmeren "abgestraft".

Eine furchtbare Spielkultur, bei der ich mich Frage, ob das eine Inselerscheinung in meinem Umfeld gewesen ist, oder ob es anderen genauso ging.
Den zitierten Kiesow-Text kannten wir zumindest alle und haben uns damals auch beömmelt, ob des blöden Krokodil-Dompteurs.
Wir wussten es nicht besser.

Boah, es brodelt in mir. Ein ander mal mehr, ich geh mal durchatmen 🙂

Oh, ja, das hatte ich vergessen, all die Sozialdinger...das hatte ich glaube ich mal off-line besprochen, das hatte bei meiner Story auch ne Klassendimension im nachhinein, aber ich will halt auch Teenagergeschichten da nciht überbewerten, da läuft manches krumm. Aber ja, nach den Maßgaben des Stimmungsspiels strafen und Menschen für unwert und unwürdig erachten, das hatte ich verdrängt.

Das gab es definitiv!

Aber in unseren 2nd E AD&D Hochhausrunden gab es auch manch anderen komischen Kram...Schatzparanoia und die PvP-Diebe...örgs.

Ich hab nur ein Mal mich fuer mehr als einen one shot auf DSA eingelassen erst in spaeten Jahren (2000er) und mit alten shadowrun homies, die irgendwie aus traegheit nix anderes mehr spielen wollten. Das waren nicht so extreme DSAler, aber son paar sachen von den Kauf Abenteuern kommen mir da auch wieder hoch.

 

erinnert mich daran, dass ich mal Manechas Zunge, Schaedel und Herz als magische Gegenstände fuer Abenteuer. Aufschreiben muss, oder mein ganzes ( einziges DSA) Abenteuer, wenn ich es noch zusammen kriege (die haben sich als SL abgewaechselt und da wollt ich auch mal was beisteuern). Das haben die leider nie beendet, weil sie zu viel Angst hatten die (unbewachte und verlassene) Festung zu betreten, nach dem sie sich durch die Stadt voll untoter gekaempft hatten.

 

Im Nachhinein frag ich mich, ob die mich damals aus der DSA Gruppe ausgeschlossen haben ohne mir Bescheid zu sagen ...

Ja, Teenagergeschichten, das mag sein, Machtgefälle innerhalb des pubertierenden Freundeskreises haben da wahrscheinlich in jedem Spieler-Werdegang Eindrücke hinterlassen. Also will ich das auch nicht all zu sehr überbewerten. Bei meiner damals komfortabel sozial-homogenen Gruppe, waren zumindest Klassendimensionen kein Thema. Dafür gab's halt andere. Diese Dimension wurde erst später aufgemacht, als wir mir "anderen" Leuten gezockt haben.

Aber wo kam diese Spielkultur her? Und da mach ich doch Kiesow mit seinem blöden "Auf ein Wort"-Text verantwortlich! Wer hätte uns denn vermitteln können, wie wir richtig spielen sollen? Doch nur eine "Autorität" und OMG!, da schreibt der "Meister der Meister" selbst eine Anleitung. Dieser zitierte Text ist in meinen Augen mitverantwortlich, dass wir (=meine Gruppe und ich) bis heute alte DSA-Stimmungsspiel-Strukturen in jedes neue Spiel, das wir aufziehen übertragen. Angefangen beim widerlichen "Marktsprech" (pfui bäh!), etwa bei 1:20 im Cast von euch angesprochen, wo ich inzwischen Pickel von bekomme. Denn es schleicht sich sogar in Szenarien jenseits des Fäntelalters ein, einfach nur weil man Ingame halt "so spricht". Zum speien!

Sorry für den Rant 🙂 Ich hab wohl echt ne Rechnung mit DSA offen.

Zitat von MK Ultra am 15. Oktober 2020, 22:35 Uhr

Im Nachhinein frag ich mich, ob die mich damals aus der DSA Gruppe ausgeschlossen haben ohne mir Bescheid zu sagen ...

Wenn es so war, ist das echt mies. Man hätte die Probleme ja erstmal ansprechen können. Ich habe so einen stillschweigenden Ausschluss einmal erlebt, allerdings nicht in einer DSA-Gruppe, sondern über ein Jahrzehnt später in einer Runde KULT, von der ich eigentlich dachte, die läuft wie geschmiert (und wir sind doch alle erwachsen). Es war wohl nicht so.

Aber das führt vom Thema weg.

Nene, so schlimm war das nicht. Ich bin mit denen allen noch befreundet und die haben mich auch danach zu einer neuen Shadowrun Kampanie eingeladen. Wenn die heimlich ohne mich noch weiter DSA gespielt haben ist auch gut :p

 

re: Andeutungen und “wie jedermann bekannt ist”

das sind kommunikationskonventionen des bildungsspiels (siehe:was man wissen sollte, author kann ich nachreichen) also Phrasen um gebildet zu erscheinen. Da muss nicht mehr dahinter stecken, soll eventuell nur den Anschein erwecken, oder eben die bildungsbuergerliche Kern Zielgruppe ansprechen, wie die das vielleicht gewohnt sind oder erwarten

Zitat von MK Ultra am 16. Oktober 2020, 0:36 Uhr

Nene, so schlimm war das nicht. Ich bin mit denen allen noch befreundet und die haben mich auch danach zu einer neuen Shadowrun Kampanie eingeladen. Wenn die heimlich ohne mich noch weiter DSA gespielt haben ist auch gut :p

Dann ist ja gut 🙂 Es klang im ersten Moment sehr dramatisch.

re: Andeutungen und “wie jedermann bekannt ist”

das sind kommunikationskonventionen des bildungsspiels (siehe:was man wissen sollte, author kann ich nachreichen) also Phrasen um gebildet zu erscheinen. Da muss nicht mehr dahinter stecken, soll eventuell nur den Anschein erwecken, oder eben die bildungsbuergerliche Kern Zielgruppe ansprechen, wie die das vielleicht gewohnt sind oder erwarten

Magst du das erläutern? Ich suche noch den Zusammenhang. Zielt das auf die im Cast angesprochenen Auslassungen und "Pünktchenpünktchen"-Texte von der Redax-Runde ab?

Da ich anderswo nicht schreiben darf: die Diskussion zu aktuellen Zahlen von Rollenspielern, die der Hofrat drüben im T. gestartet hat erinnert mich an alte Zeiten ... nur dass ich damals Settes Position vertreten habe und man mich niederbrüllen wollte. Was wagst du dich auch mit Fakten zu kommen? Huhn ist besonders lustig. Und noch ein kurzer Kommentar zu "6", den ich ja persönlich kenne und dessen Abi-Jahrgang mir auch persönlich bekannt ist: in seinem Abijahrgang gab es wenigstens 11 (mit ihm 12) aktive Spieler die ich persönlich kenne. Und von denen spielen heute noch (inklusive ihm) 4 Leute ... aber "persönliche Beispiele" sind mE ohnehin keine brauchbare Grundlage.

Stimme der Vernunft. 4E Archoangel - love me or leave me!
Zitat von Archoangel am 18. Oktober 2020, 9:46 Uhr

Und noch ein kurzer Kommentar zu "6", den ich ja persönlich kenne und dessen Abi-Jahrgang mir auch persönlich bekannt ist: in seinem Abijahrgang gab es wenigstens 11 (mit ihm 12) aktive Spieler die ich persönlich kenne. Und von denen spielen heute noch (inklusive ihm) 4 Leute ... aber "persönliche Beispiele" sind mE ohnehin keine brauchbare Grundlage.

Nein. Gab es nicht. Du bist mindestens einen Jahrgang "verrutscht". Die Runde in der wir gemeinsam gespielt haben, war ein Jahrgang unter mir. Von denen waren 4 Leute auf meinem Gymnasium im Jahrgang unter mir gewesen, logischerweise ohne mich. (Das weiss ich so genau, weil ich durch Umwege auf deren 20 jähriges ABI-Liste gelandet bin). Bitte vergewissere Dich erst genau, bevor Du hinter meinen Rücken irgendwelchen Blödsinn über mich erzählst.
Ansonsten viel Spass beim weiteren Diskutieren hier.

EDIT: Ach ja. Bitte alle meine Beiträge im Thread lesen. Wenn Du das machst, wirst Du feststellen, dass ich nicht angezweifelt habe, dass früher mehr Rollenspieler existierten als heute (oder zumindest vor 5 - 10 Jahren). Mein einziger Hinweis war, dass auf meinem Gymnasium definitiv wenige Rollenspieler im Jahrgang und im Jahrgang darunter waren. Ich habe sogar nicht angezweifelt, dass in den USA mehr Rollenspieler pro Einwohner existieren als in Deutschland. Ich habe dafür sogar eine mögliche Begründung neben den möglichen Auswirkungen von DSA genannt. Also waren da keine "persönlichen Beispiele" für irgendwas als Grundlage von meiner Seite.
So. Aber jetzt viel Spass beim weiteren Diskutieren hier.

Danke für die Klarstellung, kannst auch gerne bleiben.